Berlin wird zur Zeilenhauptstadt

„Das dänische Mädchen“ von David Ebershoff

02.01.2016 18:52

Ich habe den Filmtrailer „The danish girl“ gesehen und gelesen, dass der Film auf einem Buch beruht. Da wusste ich, dass Buch muss ich lesen. Der Goldmann Verlag hat mir das Buch über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Der Roman hat 384 Seiten. Die tolle Filmausgabe gibt es als Taschenbuch oder Ebook.

 

Inhalt:
1925 in Kopenhagen bittet die Malerin Greta Wegener ihren Mann Einar Wegener, selbst berühmter Künstler, für ein Bild Frauenkleider anzulegen. Dieser Schlüsselmoment lässt Einar zu Lili werden. Aber was bedeutet diese Veränderung wirklich? Wie geht man damit um, wenn plötzlich der geliebte und bekannte Mensch wer anders ist? Und was bedeutet das für eine glückliche Ehe?

 

Meine Meinung:
Bevor ich meine Meinung schreibe, möchte ich vorwegschicken, dass sich der Roman nur an die Lebensgeschichte von Lili Elbe anlehnt und der größte Teil fiktiv ist.
Es ist selten, dass Bücher zu dem Thema Transsexualität bekannt werden und mit so interessanter Besetzung verfilmt werden. Da der Trailer schon sehr vielversprechend ist, hatte ich auch eine sehr hohe Erwartung an den Roman. Leider wurde ich sehr enttäuscht.


Kommen wir aber erst einmal zu den positiven Seiten an der Geschichte. Nach etwas Eingewöhnungszeit mit dem Schreibstil gefiel mir dieser recht gut. Dieser erinnert an eine Kameraführung, die Lili (oder zu Beginn des Buches Einar) und Greta abwechselnd in einer Art Portrait - Einstellung folgt. So entsteht der Einruck direkt bei den Protagonisten zu sein ohne der sonst üblichen Ich - Perspektive. Neben der Hauptthematik Transident von Mann zu Frau ist dies auch schon fast das Einzige was mir an diesem Buch gefallen hat.


Lili wird sehr merkwürdig im Bezug auf die Geschehnisse dargestellt. So erlebt sie paradiesische Zustände von der Gesellschaft ausgehend. Zustände die heute mehr als wünschenswert wären. Des Weiteren ist mir Übel aufgestoßen, das Lili körperliche Veränderungen zeigt, die 1925 einfach nicht möglich waren. Mehr kann ich ohne zu spoilern nicht dazu sagen. 

Auch Greta hat ihre Kanten, sie nimmt die Veränderungen sehr gelassen und unterstützt Lili in ihrem Werdegang fast ohne diesen zu hinterfragen. Wenn wir einmal ehrlich sind ist dies für 1925 sehr abstrus.
Zu dem Autor ist zu sagen, das er sehr in sein Heimatland Kalifornien verliebt zu sein scheint, denn im Gegensatz zu allen anderen Handlungsorten wird dieser unnötigerweise sehr ausführlich beschrieben. David Ebershoff neigt des öfteren dazu vom Geschehen abzuweichen.


Mein Fazit zu diesem Buch, es ist eine Liebesgeschichte die nett ist aber sehr schlecht recherchiert wurde, vor Allem vor dem gesellschaftlichen Hintergrund und der Thematik. „Das dänische Mädchen“ ist kein Buch, das ich jemandem empfehlen würde, der etwas über transidente Menschen erfahren möchte. Trotz, dass mich das Buch nicht überzeugen konnte freue ich mich schon auf den Film.

 

Links zum Buch:
Goldmann Verlag: „Das dänische Mä dchen
Amazon: „Das dänische Mädchen
Filmtrailer: „The danish girl

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