„Das Haus zur besonderen Verwendung“ von John Boyne

21.11.2015 14:40

Durch den interessanten Titel, und die liebe Julia von Kanal „Juliet“, bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ein Weitere Grund das Buch sofort zu kaufen, der Autor ist John Boyne. Der historische Roman hat 560 Seiten und bei Piper erschienen.

Inhalt:
Russland 1915 der 15-jährige Georgie rettet durch einen dummen Zufall, einem Mitglied der russischen Zarenfamilie das Leben. Daraufhin wird der junge Mann nach Sankt Petersburg beordert um als Leibgardist, auf den Sohn des Zaren aufzupassen. Dort lernt er Anastasia kennen und lieben. Er würde alles für die jüngste Zarentochter tun, hat diese Liebe überhaupt eine Chance?

Meine Meinung:
Ok es ist ein John Boyne Roman, das heißt der Schreibstil ist etwas ganz besonderes. Und als Leser hat man den Eindruck, das es ein Märchen, welches erzählt. Dieser Eindruck entstand auch bei „Das Haus zur besonderen Verwendung“. Anstatt eines historischen Romans hatte ich eher das Gefühl, ich lese ein russisches Märchen. Leider rücken die historischen Fakten dabei sehr in den Hintergrund, werden dabei sehr schwammig dargestellt, so das der Leser schon fast ein Zeitdetektiv sein muss, um sich in den historischen Andeutungen zu recht finden zu können.
Der Roman beinhaltet zwei Zeitebenen die Gegenwartsebene die 1982 beginnt und rückwärts läuft bis zu einem ganz besonderen Wendepunkt, an dem der zweite, der historische Handlungsstrang, auf den Ersten trifft. Was für ein besondere Wendepunkt das ist müsst ihr selbst lesen.
Der gegenwärtige Handlungsstrang hat mir oft besser gefallen als der historische, da er klarer erzählt ist. In den zweiten wirkt alles irgendwie verschleiert und oft mega abwegig, eher so als hätte sich John Boyne die Geschichte so hingebogen, wie er sie braucht.
Trotz der Ich-Erzählerperspektive blieben mir alle Charaktere sehr fern, auch wenn Georgie voller Liebe, von seiner Großen Liebe erzählt, konnte er mein Herz nicht erreichen. Die andere Protagonisten Anastasia, bleibt im gesamten Buch noch viel mehr in den Hintergrund. Oft hätte ich mir gewünscht auch mal in ihren Kopf schauen zu dürfen.
Das Ende war für mich mehr als nur an den Harren herbei gezogen wurden, und passt so gar nicht zu den belegbaren Fakten, als auch zur Geschichte.
Abschließend lässt sich über „Das Haus zur besonderen Verwendung“ sagen, wer einen historischen Roman sucht, der sich an Fakten orientiert, der wird von diesem Buch enttäuscht werden. Wer aber ein russisches Märchen, mit einem tollen Schreibstil und Erzähler lesen möchte der wird das Buch kaum aus der Hand legen können.
Ich persönlich habe mich, nach der ersten Enttäuschung, für die zweite Variante entschieden.

 

Links zum Buch:
Piper Verlag: „Das Haus zur besonderen Verwendung
Amazon: „Das Haus zur besonderen Verwendung
Julia Booktubekannal: „Juliet