„Das Mädchen mit den Smaragdaugen“ von Carla Montero

30.01.2016 13:03

„Das Mädchen mit den Smaragdaugen“ist ein Buch von dem ich schon sehr viel Gutes gelesen hatte. Als im Januar das Taschenbuch veröffentlicht wurde, wurde es mir vom Blanvalet - Verlag zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Der historische Roman ist mit 736 Seiten nicht ganz schlank, aber die merkt man die meiste Zeit gar nicht.

Inhalt:
Ana García Brest ist Kunsthistorikerin aus Madrid. Eines Tages bekommt sie einen Brief in die Hände, der sie auf die Spur eines sensationellen Kunstfundes bringen soll und auf eine Liebe die so hätte nicht sein dürfen.
Die junge Jüdin Sarah Bauer ist auf der Flucht, mit im Gepäck ein Gemälde, das nur ein Gerücht ist. Ihr auf den Fersen der SS-Sturmbannführer Georg von Bergheim. Der schlimmste Feind, soll bald ihre einzige Rettung werden. 

Meine Meinung:
Die 736 Seiten lesen sich größtenteils super schnell durch, oft hatte ich das Gefühl ich lese einen Thriller der in schnellen Wechseln zwischen Historischen- und Gegenwartsereignissen wechselt. Dabei ist der Aufbau des Buches, mal etwas anders, aber logisch. Die Gegenwartskapitel werden in Form von kurzen Kapitelüberschriften, die meist die Handlung zusammenfassen, dargestellt. Die Kapitel in der Vergangenheit werden mit Zeitangabe und einen kurzen historischen Abriss eingeleitet. Gemeinsam haben alle Kapitel, das die Kapitel nicht länger als zehn Seiten sind, eher kürzer und oft endet ein Kapitel mit einem Cliffhanger, daraus entsteht ein Pageturner bei dem man einfach nur wissen möchte wie es weitergeht, zumindest bis fast zum Schluss. Dieser ist ärgerlich, wenn man die vorigen 630 Seiten so sehr gesuchtet hat wie ich. Ohne zu viel zu verraten haben sich die letzen hundert Seiten unnötigerweise zogen und Dinge geschehen die mich sehr ärgerlich gestimmt haben, weil sie so unreflektiert stehen blieben und so manche Fragen neu aufgekommen sind, die dann nicht beantwortet wurden. Um zu wissen, was ich meine müsst ihr das Buch lesen ;-).


Aber sind überhaupt die Personen, die uns während der Handlung begleiten? In der Gegenwart lernen wir Ana García Brest kennen, sie eine Kunsthistorikerin, deren Spezialgebiet sehr wichtig für die Handlung ist. Sie hat selber kaum eine Ahnung von dem zweiten Weltkrieg und das macht sie für mich so sympathisch, weil sie diese Person ist, die den Leser begleitet, führt und Entdeckungen mit ihm gemeinsam macht. Ihre leichte Ausdrucksweise machen ihre Kapitel, die aus der Ich-Perspektive geschrieben sind, besonders flüssig zu lesen. Nur das Verhältnis zu ihrem Lebenspartner Konrad fand ich sehr nervig.
In der Vergangenheit lernen wir Georg und Sarah gleichermaßen kennen. Ihre Kapitel werden aus der Draufsicht erzählt. Im ersten Moment wirkt Sarah etwas trist und langweilig, aber das ändert sich im Laufe der Geschichte sehr. Georg entsprach, ähnlich wie es Sarah ergeht, nicht meinen Vorstellungen oder auch meinen Vorurteilen, eines hohen SS-Mitglied. Durch Georg lernen wir den historischen Inhalt viel besser kennen, so habe ich vieles neues gelernt. Die Geschichtsfakten werden, dabei so erzählt das es sehr einfach fällt die historischen Begebenheiten zu verstehen und vor allem werden sie reflektiert.

„Das Mädchen mit den Smaragdaugen“ ist ein historischer Roman für alle die rasante Bücher lieben und dabei nicht auf eine wundervolle Liebesgeschichte verzichten wollen. Dieser Pageturner ist ebenso das ideale Buch für Leser die sich gerne mal in diesem Genre versuchen wollen.

 

Links zum Buch:
Blanvalet: „Das Mädchen mit den Smaragdaugen
Amazon: „Das Mädchen mit den Smaragdaugen