Das Randomhouse - Bloggerportal - ein zweischneidiges Schwert

15.08.2015 18:24

Hallo ihr lieben Bücherfreunde,


wenn der suchende Leser so durch das Netz streift, nach dem nächsten Lieblingsbuch fahndend, stößt er immer wieder auf den Satz „Vielen Dank Randomehouse und dem Bloggerportal.“. So oder so ähnlich fangen seid etwas sechs Monaten vermehrt Rezensionen an.

Aber was ist dieses ominöse Bloggerportal eigentlich?
Das Bloggerportal wurde im März 2015 ins von der Verlagsgruppe Randomehouse Deutschland ins Leben gerufen. Das Ziel diesem Portal ist es, das Blogger, Booktuber, Kritiker viel schneller und einfacher zu rezensierende Bücher ordern können. Der willige Rezensent, kann aus allen 45 Verlagen der Romhousegruppe, maximal zehn Exemplare aussuchen. Die einzige Vorraussetzung der Rezensent muss einen Kanal, Blog oder für eine Zeitung arbeiten und einige Besucher vorweisen können. Natürlich gilt auch hierbei die ungeschriebene Regel umso mehr Besucher umso mehr Leseexemplare dürfen geordert werden. Die Bücher die dort angefragt werden können sind nicht nur die Bücher aus dem aktuellen Programm sondern auch sehr viele Titel aus vorherigen Jahren. Das bedeutet das die Auswahl riesig ist.


Also Vielleicht keine so schlechte Sache, oder?
Ich habe gleich zum Start das Portal ausgetestet, mir wurde auch ein Buch zugesendet, leider scheint das Buch so zu sein, da es nach nochmaligen nachfordern nie bei mir eintraf. (Wahrscheinlich ist es das neue Buch des Postboten und er fand es so toll, das er das selbe Buch gleich noch verschenken musste.) Seitdem habe ich nichts wieder angefordert. Im ersten Moment war ich ebenso begeistert wie viele meiner Bloggerkollegen, viele tolle Bücher gratis zugesendet bekommen nur für eine Rezension, ein wahrer Traum, eines jeden Buchbloggers. Es ist fast wie bei dem Buchversandriesen Amazon. Auf „Buch anfragen“ klicken, auf die, zu meist, positive Bestätigung warten und das neue Buch zieht ein.
Der erste Schatten tauchte sehr schnell auf, zumindest bei mir. Ich bekam sofort nach positiver Rückmeldung eine E-Mail, in der mir mitgeteilt wurde, in welcher art und weise ich das Buch zu rezensieren habe. Viele Punkte beachtete ich schon vorher, andere wie zum Beispiel ein Link zur Verlags und Amazonseite begann ich ab da an meine Rezensionen ran zu hängen. Und wiederum andere Dinge wie zum Beispiel eine Kurzbio des jeweiligen Autoren, beachte ich nicht unbedingt. Im ersten Moment und als Neuling fand ich diese Regeln / Hinweise nicht schlecht, aber jetzt nach einiger Zeit und ein paar Rezensionen später, muss ich festhalten, das es auch eine ganz schöne Bevormundung ist. Besonders Blogger die ihren Blog schon etwas länger betreiben und sich einen eigenen Stil angewöhnt haben und grade deswegen gelesen werden.
Gleichzeitig zeigt aber diese Praxis, das die Blogs alle über einen Kamm geschert werden. Natürlich können sich die Mitarbeiter nicht jeden einzelnen Buchblog ansehen, aber sie können ihre Regeln etwas lockerer gestalten.
Ein weiterer Punkt der mich an dem Bloggerportal verwundert ist, das man noch Leseexemplare anfragen kann von Büchern die vor mehr als drei Jahren erschienen sind zum Beispiel „Das Orchideenhaus“ von Lucinda Riley, ist im März 2012 erschienen im Goldmannverlag. Ich frage mich wieso? Geht es Randomhouse darum seine Bücher zu verschleudern oder wollen sie Buchhandlungen untergraben in dem sie es gratis anbieten? Aber daran verdienen sie ja auch kein Geld. Ich würde das Ziel des Bloggerportales noch eher verstehen, wenn die Auswahl auf die letzten zwei Jahre Jahre begrenzt werden würde und dann auch die Anzahl der Leseexemplare. Denn die Buchhandlungen und der Umsatz wird es danken. 


Was bedeutet das Bloggerportal für Verlage die nicht Randomhouse sind?
Da kann ich mir vorstellen das auf kurz oder lang es Auswirkungen auf andere Verlage hat, da besonders Bücher von Randomhouse vorgestellt werden. So werde werden besonders kleinere Verlage unterdrückt und verdrängt und die Verlage die es sich leisten können werden ihre Leseexemplaranzahl erhöhen. Weiterhin wird die Werbung erhöht. Ich finde es schade das der Buchmarkt so umkämpft wird, der Flair des Besonderen, was für mich ein Buch verströmt geht somit verloren. Ich kann gar nicht alles lesen, was ich gerne lesen möchte und die Versuchung neue Bücher zu bekommen ist groß.

Zum Schluss möchte ich noch einmal klarstellen, das ich mich auch freue Leseexemplare zu bekommen. Aber inzwischen habe ich für mich dabei ein, zwei Grundsätze festgelegt. Erstens: Am liebsten frage ich Bücher an bei Autoren oder Verlagen die nicht so bekannt sind und ich mich freue wenn ich sie unterstützen darf. Die Zweite Regel ist, wenn ich dann doch einmal ein Buch von einem bekannteren Verlag (Insel, Fischer, Droemer, Knaur, usw) anfrage, dann nur von einem Verlag der nicht zur Randomhousegruppe gehören. Natürlich lese ich auch noch weiter Goldmann, Blanvalet, usw. aber ich werde sie mir dann in der Buchhandlung, gebraucht oder schenken lassen.

Zum Schluss gilt natürlich wie immer über Geschmack lässt sich nicht streiten und es muss jeder für sich selbst entscheiden.