"Der dunkle Wächter" von Carlos Ruiz Zafón

25.07.2015 10:43

"Der dunkle Wächter" ist ein Teil der sogenannten "Nebeltrilogie", zu der auch noch "Der Fürst des Nebels" und "Der Mitternachtspalast" gehören. Jeder dieser der Romane kann einzeln für sich gelesen werden. Des Weiteren wird die Reihenfolge nicht ganz so deutlich, sie sind auf Deutsch in einer anderen Reihenfolge erschienen, als sie von Carlos Ruiz Zafón verfasst wurden. Ich entschied mich beim Lesen für die ursprüngliche Reihenfolge ("Der Fürst des Nebels", "Der Mitternachtspalast, "Der dunkle Wächter"). Der einzige Grund für mich das Buch zu lesen ist, es ist ein Zafón und ich liebe seine Romane einfach. "Der dunkle Wächter" hat 352 Seiten und ist bei "Fischer Jugendbuch" (FJB) erschienen.

Inhalt:
Es beginnt mit einem Teufelspakt. Irene und ihre Familie ziehen nach einem schicksalhaftem Jahr, in ein Dorf an der Küste Frankreichs. Irenes Mutter findet dort eine Stelle als Hausdame bei dem Spielzeugfabrikanten Lazerus Jann. Sein Haus verbirgt ein düsteres Geheimnis, welches eng mit seinem Besitzer verwoben ist. Auch Irene findet ihr Glück, in Form des jungen Fischers Ismael. Doch schon bald müssen sie um ihre Liebe kämpfen, gegen die mysteriösen Dämonen die Cravenmoore heimsuchen. Werden sie es schaffen die Septemberlichter zu besiegen? 

Meine Meinung:
Die Geschichte um Irene ist genau so fesselnd wie alle anderen Romane des Autors. Es ist interessant zu sehen, wie sich der Schreibstil entwickelt hat, war "Der Fürst des Nebels" teilweise noch etwas holprig, auch der zweite Teil wirkt stellenweise noch sehr zusammenhangslos. Dieser Roman erinnert, an die später erschienen Romane "Marina" und die Reihe um den "Friedhof der vergessenen Bücher". 
Ich konnte mich vom ersten Satz an in das Buch fallen lassen. Sofort hatte ich alle Personen vor meinem inneren Auge. Ich bestaunte Lazerus Automaten, ging mit Ismael und Irene in der blauen Bucht tauchen oder gruselte mich zusammen mit Irenes Bruder vor dem Wald um Cravenmoore. Herzlich habe ich über die Dorftraditionen und seinem Klatsch gelacht.  Schnell merkte ich aber auch das etwas ganz und gar nicht stimmt. 
Die Sprache wirkt wie aus einer anderen Zeit: älter, vielleicht etwas schwerer, aber auch bunter und tiefgründiger. Da es der letzte Zafón den ich noch nicht gelesen habe, habe ich ihn genussvoll langsam gelesen. 
Besonders erfreut war ich alte Romanbekannte wieder zu treffen, wen und was ich meine müsst ihr selber lesen.  Ich finde es spannend zu sehen, wie Carlos Ruiz Zafón seine Netze webt und so alle seine Bücher geschickt mit einander verknüpft.  Hier und da tauchen immer mal wieder Kleinigkeiten auf, die dem aufmerksamen Leser schon aus anderen Büchern bekannt vor kommt. 


"Der dunkle Wächter" ist ein schaurig schöner Roman, der sich hervorragend in abendlichen Dämmerungsstimmungen lesen lässt und dabei einen wohligen Schauer zurück lässt. Die Leser, welche sich schon vom "Friedhof der vergessenen Bücher " gefangen nehmen lassen haben sollten sich unbedingt "Der dunkle Wächter" anschauen. Aber auch jeder Leser der einen guten und fantasievollen Schreibstil voller düsterer Schatten zu schätzen weis, der muss  die Werke von Carlos Ruiz Zafón lesen.

 

Links zum Buch
FJB: "Der dunkle Wächter"
Amazon: "Der dunkle Wächter"
Buchtrailer: "Der Schatten des Windes"
Amazon: "Der Fürst des Nebels"
Amazon: "Der Mitternachtspalast