„Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón

20.01.2016 14:01

„Der Schatten des Windes“ habe ich schon einmal vor einigen Jahren gelesen. Heute habe ich es zum zweiten mal beendet und bin der Meinung es braucht eine erneute Rezension, aus dem Blickwinkel meines älteren Ichs. Die alte Rezension, ist meine Allererste gewesen, darum ist sie auch nicht grade qualitativ hochwertig. „Der Schatten des Windes“ ist der Auftakt der Reihe um den „Friedhof der vergessenen Bücher“.
Mein aktuelles Exemplar ist bei Insel (2003) erschienen, mit 520 Seiten. Die aktuelle Auflage ist beim Fischer-Verlag erschienen und dort als Minihardcover oder Taschenbuch erhältlich. Der Inhalt bleibt ja der Selbe, egal von welchem Verlag das Buch ist ;-)

Inhalt:
Der Buchhändler Sempere führt seinen Sohn Daniel, an einem Morgen 1945, in eines der größten Geheimnisse Barcelonas ein: In den Friedhof der vergessenen Bücher. Die Regeln besagen, das jedes neue Mitglied ein Buch adoptieren muss. Daniel findet das Buch „Der Schatten des Windes“ von Julian Carax. Er ist sofort von diesem Werk fasziniert, er begibt sich auf Spurensuche. Eine Spurensuche die sein Leben verändert …

Meine Meinung:
Diese möchte ich gern mit einem Zitat aus diesem Buch beginnen: „Wenige Dinge prägten sich einem Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahne.“ Dieses Zitat kann ich nur unterschreiben, es hat voll und ganz  mein Herz erobert.
Das Erste was einem Leser auffallen wird, wenn er beginnt den Roman zu entdecken ist die einzigartige Sprache. Sie schafft es, mit ihren detailgetreuen Beschreibungen, den facettenreichen Charakterisierungen und der manchmal altertümlichen Redensart, den Leser vom ersten Wort bis zum letzten Punkt in eine andere Welt zu ziehen. In ein Barcelona, das noch erschüttert ist vom Spanischen Bürgerkrieg und den Auswirkung des Franco-Regimes.
Dieses merkt man den Charakteren an, die in dieser Zeit die Hölle auf Erden erlebten und manchmal noch erleben müssen. Jede Geschichte, jeder handelnden Person ist ist so geschickt in das Gesamtwerk eingewoben, das es dadurch nur noch runder wird. Die beiden Protagonisten bleiben aber Daniel und Julian, deren Geschichte trotz des Altersunterschiedes irgendwie parallel verlaufende Lebensgeschichten haben, bis zu einem bestimmten. Beide begleitet der Leser auf dem schwierigen Weg vom Jungen zum Mann. Daniel ist dabei ein sehr neugieriger Junge, der manchmal mehr entdeckt als gut für ihn ist. Ab einem bestimmten Zeitpunkt steht ihm dann Fermin (ich liebe Fermin einfach.) als Vertrauter zur Seite. Julian ist ein Junge mit Kreativengenie, der das Schreiben und Musizieren liebt. 

Die Geschichte dieser Beiden und die vielen Geschichten der Anderen machen dieses Buch für mich zu einem ganz besonderem Lesevergnügen, welches in dieser Art und Weise nur von Carlos Ruiz Zafón kommen kann. Wer frühere Romane dieses Schriftstellers kennt, der wird im „Schatten des Windes“, die ein oder andere Anspielung auf frühere Werke wiederfinden. Das ist mir besonders beim rereaden aufgefallen, sowie all die liebevollen Kleinigkeiten, die mir beim ersten Lesen entgangen oder entfallen sind. Für mich ist „Der Schatten des Windes“ schon jetzt ein moderner Klassiker, den ich noch oft lesen werde.

 

Links zum Buch:
Fischer-Verlag (Neuauflage): „Der Schatten des Windes
Amazon (Fischer): „Der Schatten des Windes
Amazon (Insel): „Der Schatten des Windes“