Der verbotene Liebesbrief von Lucinda Riley

01.12.2017 10:57

Es gibt Bücher, die liest man allein schon weil sie von einem Lieblingsautoren sind, in meinem Fall, das im September 2017 erschienene Taschenbuch von Lucinda Riley. ;Der verbotene Liebesbrief hat 704 Seiten, inklusive langer Leseprobe, und wird im Goldmann Verlag verlegt.

 

Inhalt:
Als die britische Schauspiellegende Sir James Harrison stirbt ist das ganze Land in Trauer. Die Journalisten Joanna Haslam soll für ihre Zeitung von der Gedenkfeier berichten. Dort begegnet ihr eine alte Dame, die ihr nurwenige Tage später einen dicken Umschlag schickt, der unteranderem einen mysteriösen Liebesbrief enthält. Joannas Neugierde ist geweckt, wer sind die beiden Liebenden und was verband sie?
Im Rahmen ihrer Arbeit trifft sie auf den Enkel des Schauspielers Marcus Harrison, mit seiner Hilfe taucht sie weiter in die geheimnisvolle Vergangenheit des alten Mannes ein. Eine Vergangenheit die Beide in tödliche Gefahr bringt.

 

Meine Meinung:
Anders wie die anderen Romane spielt Dieser nur im Jahr 1995 und die Vergangenheit erfahren wir nur durch Erzählungen. Trotzdem haben wir in diesem Buch gleich vier Handlungsstränge, die je einem der vier Protagonisten zu geordnet werden können, werden abwechselnd aus deren Perspektiven erzählt.
Wir lernen die sehr selbstbewusste junge Journalisten Joanna kennen. Sie steht mit beiden Beinen im Leben und konnte mich ab der ersten Seite mitreißen. Dann ist da noch Marcus, der für mich im ersten Moment doch sehr stereotypisch war, mich aber dann doch bald durch seine Ecken und Kanten von sich überzeugen konnte. Im weiteren Verlauf lernen wir Simon, Joannas besten Freund und Marcus kleine Schwester Zoe kennen. Zu den anderen Beiden mag ich noch gar nicht so viel verraten, da ich sonst der Geschichte vielleicht etwas vorweg nehme. Zu Zoe kann ich nur sagen, dass ich zeitweise meine Problemchen mit ihr hatte.
Der Schreibstil ist wie immer flüssig leicht und zieht einen in seinem Bann. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich 100 Seiten gelesen.
Zwei ‚Aber‘ gibt es für mich dann doch und bei ‚Aber‘ Nummer 1 weiß ich nicht ob es an der Übersetzung oder ursprünglichen Lektorat liegt. In der ersten Hälften gibt es zwei, drei Logikfehler, die zur Folge haben das Joannas Handlung oder Idee manchmal sehr aus dem Nichts zu kommen scheint. Der Leser wird nicht auf diesen Moment vorbereitet. Stellenweise habe ich Stellen noch einmal gelesen um die Bucherkenntnis zu überprüfen, aber für den Leser kommt der Geistesblitz der Figuren irgendwie aus dem Nichts.
Das zweite ‚Aber‘ bezieht sich auf den Schluss. Dieser wurde schon viel bemängelt. Ich muss sagen mir gefällt er auch nicht wirklich. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das Ende ein Schnellschuss war. Vielleicht fehlte Lucinda Riley die Zeit, den 90 % der Geschichte sind rasant und mal etwas anderes als was man sonst von ihr kennt. Die letzten 10 % wirken wie dahin geklatscht und nicht so richtig durchdacht. Vielleicht wollte der Verlag auch einfach mehr Seiten verkaufen, wer weiß. Fest steht ‚Der verbotene Liebesbrief‘ hätte ein besseres Ende hergeben, wenn man die letzten fast 50 Seiten weggelassen hätte.

Die Geschichte um Joanna, Marcus und dem geheimnisvollen Liebesbrief ist für mich nicht der aller stärkste Roman der Autoren, besonders zum Ende hin, aber trotzdem sind fesselnde Lesestunden garantiert.

 

 

 

Links zum Buch:
Goldmann Verlag: ‚Der verbotene Liebesbrief
Genialokal: ‚Der verbotene Liebesbrief