„Die Fotografin - Die vielen Leben der Amory Clay“ von William Boyd

10.03.2016 12:27

Angelockt von dem tollen Cover und dem tollen Klappentext, habe ich das neuste Buch von William Boyd beim Berlin-Verlag angefragt. Der Berlin-Verlag hat mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank! Die fiktive Biografie hat 560 Seiten und ist Anfang Februar 2016, als Hardcover erschienen.

Inhalt:
Mit sieben Jahren erhält Amory Clay ihre erste Kamera, so liegt der Berufswunsch nahe Fotografin. Als Gesellschaftsfotografin hält sie es in jungen Jahren nicht lange in London aus. 1931 zieht es sie in das Berlin, der 20er Jahre, mit seinem verruchten Nachtleben und seinen schillernden Bewohnern. Dies ist der Anfang von Amory´s aufregenden Leben, als Fotografin, Kriegsberichterstatterin und Reisefotografin. Lebensstationen sind: Berlin, New York und Paris.

Meine Meinung:
Ich bin mit hohen Erwartungen an das Buch gegangen, vor allem als ich die vielen Fotografien entdeckt habe, die in dem Roman abgedruckt wurden. Die vielen positiven Pressestimmen tuen ihr übriges.
Der Autor lässt seinen Roman auf zwei Zeitebenen spielen, der Hautstrang spielt zu den Zeiten ihrer Abenteuer und wir chronologisch erzählt. Der andere Handlungstrang wird aus der Sicht der alten Amory erzählt und handelt von ihren Alltagsleben oder auch wie sie ein Resümee von ihren Erlebnissen zieht. Diese Perspektive ist in kurzen Absätzen ,in den Haupthandlungsstrang, eingeschoben. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und flüssig zu lesen.
Erzählt wird die Geschichte aus Amory Clay´s Sicht, in der Ich-Perspektive. Amory Clay ist eine Frau mit Ecken und Kanten und ist dabei der Mittelpunkt ihrer Welt, dies geht vor allem auf Kosten der Nebenfiguren. Diese blieben für mich als Leser unnahbar und blass. Auch wenn mir Amory im Grunde sympathisch ist, konnte ich ihr ständigen wegrennen absolut nicht nachvollziehen. Des Weiteren führt es irgendwie zu einer ständigen Wiederholung von Ereignissen. Und immer wieder ist dabei ein Mann im Spiel. Auch spielen politische Ereignisse nur insoweit eine Rolle, wenn sie sie betreffen, alles andere wird außen vor gelassen.
Vielmehr Probleme hatte ich mit den Abgedruckten Bildern, anstatt das sie die Handlung unterstützen, haben sie mich viel mehr verwirrt. An den Stellen wo ich gerne eine Foto gehabt hätte gab es keins oder es kam etliche Seiten später und dann gab es noch die Variante, dass es ab und zu Textstellen, welche scheinbar nur verfasst wurden um das dort ein bestimmtes Foto abgedruckt werden konnte. Anhand der Qualität und der vielen unterschiedlichen Personen, welche als ein und die selbe Person dargestellt werden, merkt man als Leser schnell das es sich bei dem Buch um Fiktion handelt.
Richtig aufzublühen scheint William Boyd, bei den Stellen in denen es um Krieg geht, dann sind auch die Bilder richtig abgedruckt wurden.

„Die Fotografin“ ist eine fiktive Biografie mit einer sehr interessanten Grundidee und einer spannenden Protagonisten, aber sowohl Handlung, Protagonisten und der Fotoeinsatz sind noch Ausbau fähig. Da mir die Sprache und der Schreibstil so gut gefallen hat, werde ich noch einmal ein früheres Buch von William Boyd lesen. Alle Fans von William Boyd sollten sich sein neustes Werk aber trotzdem näher anschauen.

 

Links zum Buch:
Berlin-Verlag: „Die Fotografin
Amazon: „Die Fotografin
Buchtrailer: „Die Fotografin