Die geheime Geschichte von Donna Tartt

29.08.2016 12:05

‚Die geheime Geschichte‘, ein Buch von dem ich nur Lobeshymnen höre. Vor einiger Zeit habe ich das neueste Werk der texanischen Autorin geschenkt bekommen, aber irgendwie nur reingelesen. Ich hatte nach den vielen positiven Meinungen das Bedürfnis, die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu entdecken. Dieser Roman ist als Taschenbuch im August 1995 im Goldmann Verlag erschienen und hat 576 Seiten.

Inhalt:
Als sich Richard Papen dazu entschliesst in Vermont am College zu studieren ist er fasziniert von den vier Studenten, die bei dem eigenwilligen, geheimnisumworbenen, Altgriechischprofessor Julian Morro studieren. Nach einigen Bemühungen schafft es Richard sich den Studenten anzuschließen. Zusammen mit den Zwillingen Camilla und Charles, den Gruppenführer Henry, den etwas altbacken wirkenden Francis und natürlich „Bunny“, eigentlich Edmund, der sich bei allem und jedem durchschnurrt, erlebt Richard eine Zeit voller Drogen, Alkohol, anregenden Gesprächen und dem Studieren. Dieses Leben voller Lebenslust bekommt Risse, als eines Tages etwas geschieht, das Jeden in einen mörderischen Sog zieht.

Meine Meinung:
Zu welchem Genre gehört der Roman? Ich kann es nicht einordnen, er ist eine Mischung zwischen Krimi, Comeing of Age , Spannungsroman und manchmal ein etwas philosophisch angehaucht. Der Schreibstil ist total fesselnd, dicht und faszinierend, jede Seite ist voll Ereignissen, so das ich beim Lesen immer das Gefühl hatte ich komme nur sehr langsam voran. Dies ist auf gar keinen Fall negativ gemeint, vielmehr erinnert er an klassische Romane, wie Charles Dickens. Die Ich-Perspektive und die düstere Stimmung lies mich noch mehr in die Geschichte versinken.
Ich bin immer noch davon beeindruckt, wie Donna Tart es geschafft hat eine Welt zu erschaffen, die eher den Eindruck von einem Amerika der 20er Jahre hat, als einem Amerika der 90er Jahre. Selbst wenn sich Richard einmal in der „Gegenwart“ befindet ist immer ein Schatten einer längst vergangenen Zeit vorhanden.
Ich hatte das Problem die vier Figuren Henry, Charles, Camilla, Francis und Bunny auseinander zu halten, aber auch dies lies nach einer gewissen Eingewöhnungszeit nach. Auch wenn ich beim Lesen oft nicht ganz wusste, wo der direkte Weg hinführt, lies ich mich doch gerne überraschen wie Donna Tart, die Fäden nach und nach zusammenführt und welche Ideen und Themen angesprochen werden. Unter anderem werden Themen wie Freundschaft, mehr Schein als Sein, Verrat und Vertrauen. Dieses Buch ist so vielfältig, das es viele Leser anspricht. Man muss mit einem etwas anspruchsvolleren Schreibstil rechnen, der sich trotz allem sehr gut lesen lässt.
Ein paar Kleinigkeiten habe ich aber dann doch anzumerken. So ganz sind mir alle Protagonisten nicht ans Herz gewachsen, ein kleines Stück Distanz zwischen mir und Richard, sowie seinen Freunden blieb das ganze Buch über erhalten. Ein anderer Punkt der mir mehr auffiel und störte sind Anspielungen auf das typisch amerikanische, ein Beispiel dafür, es gibt eine Szene mit Truckfahrern in einer Kneipe, diese Szene enthält alle Klischees die ich aus so manchen Filmen kenne. Zum Glück kommt es bei dieser Seitenzahl nur selten zu solchen Ausrutschern und ich konnte die Geschichte trotzallem genießen.

‚Die geheime Geschichte‘ ist ein Muss für alle die es lieben verwickelte Geschichten erzählt zu bekommen und dabei sich in die Handlung hineinziehen zu lassen. Genau das richtige Buch für stürmische und regnerische Herbsttage.

 

Links zum Buch:
Goldmann Verlag: ‚Die geheime Geschichte
Genialokal: ‚Die geheime Geschichte