Berlin wird zur Zeilenhauptstadt

Die Glasglocke von Sylvia Plath

28.10.2016 11:54

‚Die Glasglocke‘ bzw. ihre Autorin Sylvia Plath sind mir in letzter Zeit öfter begegnet, sei es in Form von begeisterten Rezensionen, als Kurzbiografie oder in dem fiktiven biografischen Roman von Connie Palmen. In dem der Ehemann und Autor Ted Hughes zu Wort kommt. Die Rezension diesem Buch findet ihr demnächst hier, ich lese es grade. Zurück zur Glasglocke. Dieses Buch erschien erstmalig im amerikanischen 1963, meine Ausgabe ist eine Neuauflage von 2016, erschienen bei Suhrkamp. Der Roman ist mit 263 Seiten nicht besonders dick.

 

Inhalt:
Sommer 1953: Esther Greenwood arbeitet für einen Monat, als Hospitantin bei einer bekannten New Yorker Modezeitschrift. Als sie in eine große Lebenskrise rutscht, schonungslos und unverblümt erzählt sie von dieser düsteren Zeit.

 

Meine Meinung:
Es ist mir schwer gefallen in das Buch hinein zu kommen. Bei den ersten ca. 40 Seiten wusste ich nicht so ganz wo die Geschichte mit mir hinwollte und weshalb der Roman eine so begeisterte Leserschaft hat. Nach den ersten Anfangsschwierigkeiten konnte mich ‚Die Glasglocke‘ dann doch von sich überzeugen.
Trotz der modernen und sehr direkten Sprache musste ich den Roman öfter unterbrechen. In einem Rutsch durchlesen war nicht möglich, da die Stimmung sehr bedrückend war. (Ich habe es bei typischen Herbstregenwetter gelesen, was meine Stimmung nur nachmehr getrübt hat.)
Diese bedrückende Stimmung spiegelt sehr gut Esther´s Depressionen wieder. Der Krankheitsverlauf wird von Esther schonungslos und ohne Schnörkel wiedergegeben. Einen besonders persönlichen Eindruck erhält der Leser durch die Erzählperspektive in Ich-Form, die den Roman noch direkter wirken lassen.
Neben dem großen Thema Depressionen schreibt Sylvia Plath über das Frauenbild in den 1950er Jahren. Die Frau, welche arbeiten darf (Aber bitte nur etwas Anständiges.) und natürlich nur bis zur guten Ehe, dann ist sie Hausfrau und Mutter.
Wohingegen die Männer sich nur bedingt einschränken müssen. Eine Tatsache mit der unsere Protagonistin, die lieber eine Schriftstellerin würde, als sich den gesellschaftlichen Zwängen zu unterwerfen nicht zurecht kommt.
Ein weiterer Aspekt, welches mir das Lesen noch interessanter gestaltete ist der persönliche Bezug zur Autorin Sylvia Plath. Zu ihren Lebzeiten litt sie ebenso wie Esther Greenwood, an schweren Depressionen. Diese führten bei der Autorin 1963 zum Selbstmord. Ebenso wie ihre Protagonistin, arbeitete Sylvia Plath 1953 einen Monat in New York bei einer Zeitschrift.
Mit diesem Hintergrundwissen habe ich den Roman beim Lesen als noch intensiver empfunden. Ich persönlich habe den Roman als wenig fiktiv empfunden.

‚Die Glasglocke‘ ist ein sehr intensives Lesevergnügen, welches den Leser lange nicht los lässt. Zu recht wird der Roman als moderner Klassiker betrachtet, der auch nach über 50 Jahren begeistert gelesen wird.

 

Links zum Buch:
Suhrkamp Verlag: ‚Die Glasglocke
Genialokal: ‚Die Glasglocke

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