"Die Königin der Orchard Street" von Susan Jane Gilman

09.03.2015 13:16

Der Roman "die Königin der Orchard Street" von Susan Jane Gilman wurde mir als Rezensionsexemplar von Insel und Vorablesen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Das wunderschöne Buch hat 550 Seiten.

Inhalt:
1913 wandert die kleine Malka mit ihrer Familie nach New York aus. Dort lebt sie im Einwanderervirtel der Lower East Side, in mitten von jüdischen und Italienischen Einwanderen. Schnell lernt die listige Malka sich durchzuschlagen. 
Durch unglückliche Umstände trifft sie auf Papa Dinello, dieser weiht sie in das Geheimnis der Eiscremeherstellung ein. Dieses Wissen und ihre Hartnäkigkeit verhelfen Malka, als Grand Dame Lilian Dunkle, auf den Thron der "Eiskönigin von Amerika".

Meine Meinung:
"Die Königin der Orchard Street" ist ein ungwöhnlicher Roman, mit einer noch ungewöhnlicherin Heldin. Malka´s Schicksal zeigt mit welchen Stolpersteinen sich einen in den Weg stellen kann und was es bedeutet immer wieder gegenan zu gegen an zu gehen. 
Malka ist nicht die typische Heldin, sie weis genau was sie will und wie sie es bekommt. Auch wenn die Mittel dafür nicht immer ganz koscher sind. Diese Eigenheiten machen sie nicht immer sympathisch, aber sehr realistisch. 

Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes. Geschrieben wird in Rückblicken und der Ich-Perspektive. So fängt ein Kapitel in den Gegenwart, den 80 ziger Jahren an und wird dann in Rückblicken, wie Spotlights von Lilian Dunkle erzählt. Oft stellte ich mir beim Lesen eine ältere sehr gepflegte Dame vor, die in einem Sessel sitzt und mir ihre Lebensgeschichte beichtet. Besonders die direkte Leseransprache durch Sätze wie zum Beispiel "Verklagt mich doch" oder auch "meine Schätzchen" riefen dieses Bild vor meinem inneren Auge hervor. Lilian verleugnet nie, dass sie eine jiddische Migrantin ist und benutzt noch im hohen alter jiddisches Vokabular. Dies zieht sich duch das  gesamte Buch und lässt  es nur noch realer erscheinen. Eininge jiddische Vokabeln sind auf einm beiliegenden Lesezeichen erklärt, aber nicht Alle, die Vokabeln, die nicht erklärt sind können leicht aus dem Kontext erschlossen werden. Dies hat überhaupt nicht meinen Lesefluss gestört. "Die Königin der Orchart Street" ich einer der wenigen Romane, der es schafft nicht das Historische in den Mittelpunkt zu stellen, sondern wie die Menschen mit den historischen Gegebenheiten  um zu gehen versuchen. Dies setzt eine sehr intensive und gelungene Recherche vorraus. Der Autorin Susan Jane Gilman ist dies sehr gut gelungen, so steut sie immer wieder historische Fakten rund um das Thema Eiscremeherstellung ein. Oder wusstet ihr das Softice in den 50-zigern, für Polio verantwortlich gemacht wurde? 

Dieser Roman ist eine ehrliche Verbeugung vor dem Leben, ohne zu verschönern. Wer historische Romane mag und eigensinnige Protagonisten mit viel Charme liebt, der ist bei "Der Königin der Orchard Street" genau richtig.

 

 

Die Links zum Buch:
Inselverlag: Die Königin der Orchard Street
Vorablesen: Die Königin der Orchard Steet
Amazon: Die Königin der Orchard Street