Die Trotzigen von Boris Schumatsky

14.10.2016 16:07

Ein Roman, der sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Der Blumenbar Verlag, welcher zum Aufbau Verlag gehört, hat mir das Werk zur Verfügung zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Vielen, herzlichen Dank, an dieser Stelle! Leider hat das Leben immer wieder das Beenden des Buches heraus gezögert, aber Nudist es endlich soweit.

Der Roman ist im Juli 2016 im Blumenbar Verlag, als Hardcover erschienen und 384 Seiten.

 

Inhalt: 

August 1991, Putschversuch in Moskau, Sascha und Anna sind mittendrin. Zwei junge Menschen, die noch nicht wissen wie sie zu einander stehen. In einer Welt die sich Verändert und im Umbruch ist. Wird sie das Leben zueinander führen und wo erden sie leben in Berlin oder Moskau?

 

Meine Meinung:

Ich hatte mich schon sehr auf das Buch gefreut und dementsprechend viel erwartet. Bedingt durch sein Äußeres und seiner Inhaltsangabe, habe ich irgendwie einen Roman erwartet, der davon erzählt wie diese zwei jungen Menschen, in Zeiten des politischen Aufruhrs erwachsen werden. Leider stellte sich diese Annahme als falsch heraus.
Neben dem aus Russland kommenden Sascha und der in Westdeutschland geborenen Anna, lernt der Leser noch sehr viele andere Figuren kennen und dies sind soviel, das mir bis zum Schluss nicht klar ist wer alles zu den Protagonisten gehört und wer einfach nur eine Nebenfigur sein soll. Alle Figuren sehr flach und lieblos, ich konnte mir bis zum Ende kein Bild der Personen machen oder mich mit ihnen anfreunden.
Dieser Eindruck entsteht, da das gesamte Buch eher collagenartig verfasst wurde, das bedeutet wir springen sehr viel in Handlungen und auch in in verschiedenen Zeitabständen hin und her. So lernen wir verschiedenste Lebensereignisse kennen, aber dadurch entsteht auch eine große Verwirrung, die sich im Laufe der Geschichte auch nicht entwirrt. Ich glaube das vieles in diesem Buch so oder so ähnlich passiert sein könnte, einzelne Fragmente sind aus wirklich spannend und am Anfang fand ich diese fragmentarische Schreibweise auch noch irgendwie passend, da sich für mich so gut die politischen Unsicherheiten haben darstellen lassen und der Wunsch nach etwas Neuem. Im Laufe der Handlung empfand ich diese Schreibweise als sehr unpassend. Der Story fehlt es einfach an dem berühmten roten Faden.

Ein Geschichtenerzähler ist Boris Schumatsky nun wirklich nicht, so fehlen mir im Buch Hintergrundinformationen um das Geschehene einzuordnen in das Weltgeschichte. Irgendwie hatte ich beim Lesen immer den Eindruck, wenn dem Autor kein Übergang zur nächsten Szene eingefallen ist, schreibt er eine sehr schlecht gemachte, klischeehafte Sexszene. 

 

Eine Empfehlung kann ich leider wirklich nicht für ‚Die Trotzigen‘ aussprechen. Wer aber sich sehr für den Untergang der Sowjetunion interessiert und ein entsprechendes Vorwissen hat, der kann sich das Buch mal ansehen.
Ich persönlich würde nicht mehr zu einem Buch von diesem Autor greifen.

 

 

Links zum Buch:
Blumenbar Verlag: ‚Die Trotzigen
Genialokal: ‚Die Trotzigen