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Du sagst es von Connie Palmen

04.11.2016 13:54

Nachdem ich die aktuelle Verlagsvorschau gesehen hatte, war mir sofort klar diesen Roman muss ich lesen. Hinzu kam, dass mir dies mir Anlass war endlich den Roman ‚Die Glasglocke‘ von Sylvia Plath zu lesen. (Die Rezension findet ihr auf meinem Blog).
Connie Palmen´s Roman ‚Du sagst es‘ wurde mir vom Diogenes Verlag zur Verfügung gestellt - Vielen herzlichen Dank!
Das Buch ist als gebundene Ausgabe im August 2016 erschienen und hat 288 Seiten.

 

Inhalt:
Sylvia Plath und Ted Hughes sind eines der bekanntesten Liebespaare der modernen Literatur. Vor allem Sylvia Plath erlangt traurige Berühmtheit durch ihren Suizid 1963. Während sie nach ihrem Tod zur Märtyrerin und gefeierten Schriftstellerin erhoben wird., wird ihr Ehemann dagegen als Verräter und Mörder beschimpft. Zu seinen Lebzeiten hat er nie über seine Ehe gesprochen.
Nun gibt ihm Connie Palmen eine Stimme. In dem fiktiven Monolog erzählt er über die Zeit mit Sylvia Plath.

 

Meine Meinung:
Eine kleine Warnung vorweg: Bitte erst ‚Die Glasglocke‘ lesen, denn andern Falls wird man kaum noch Freude an diesem Werk haben.
Von der ersten Seite an musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es nicht der „echte“ Ted Hughes ist, der dieses Dokument verfasst hat. Sondern eine Schriftstellerin, welche keinen von Beiden persönlich kannte. Sie hat eine umfangreiche Recherche betrieben, mit Hilfe von erschienen Interviews, Sylvia Plath Tagebucheinträgen und Ted Hughes Gedichtband ‚The Birthdayletters‘ und anderen Werken der Beiden.

Generell habe ich etwas länger für diesen Roman gebraucht, als ich gedacht hätte. Die Sprache ist sehr poetisch beschreibend aber auch sehr leidenschaftlich. Vor allem dann, wenn er über seine Frau erzählt. Aus vielen Sätzen spricht die Liebe zu seiner Frau, auch später noch als sich Ted Hughes zunehmend eingeengter in seiner Ehe fühlt. Selbst wenn der Leser nicht wüsste und es nicht im Roman ausreichend Erwähnung finden würde, merkte dieser sofort das Ted Hughes ein Lyriker ist, sogar einer der Bekanntesten in Amerika.
Die Sprache in dem Buch weist noch eine Besonderheit auf, sie hat eine feminine Melodie, so das ich beim Lesen auch das Gefühl hatte, das auch Sylvia Plath von ihrer Ehe erzählt, als Sprachrohr benutzt sie ihren Ehemann.
Neben der grandiosen Sprache wurden auch Sylvia Plath und Ted Hughes als Personen sehr gut und facettenreich dargestellt. Connie Palmen verfällt nicht auf die Einseitigkeit ihre Protagonisten darzustellen. Sondern zeigt sie mit allen ihren Stärken und Schwächen. Mit welcher Geschwindigkeit sich Sylvia Plath Stimmungen wohl geändert haben mochten und was das fortschreiten ihrer psychischen Erkrankung für eine Ehe bedeuten kann und was dies für nahe stehende Personen bedeuten kann. Vom Anfang bis zum Ende stellt Connie Palmen die Ängste und die damit verbundenen Handlungen, sehr authentisch da ohne sich aber dabei auf das berühmte Schriftstellerpaar zu stützen. Es wäre auch möglich ein unbekanntes Paar einzusetzen und die Krankheit wäre nicht weniger glaubwürdig.

Bei der Lektüre sollte dem Leser je doch klar sein, das es keinen großen Spannungsaufbau gibt. Dies liegt zum einen daran, das Sylvia Plath wohl nur über Dinge Schreiben konnte, welche sie selber erlebt hat und zum Anderen daran, das viel einfach schon bekannt ist. Was das Buch zu etwas Besonderem macht ist die Sprache und seine Perspektive.

‚Du sagst es‘ ist ein faszinierendes Bildnis einer Ehe, die luftige Höhen und schwarze Täler erlebt hat. Ein Muss für jeden der sich dem Ehepaar Hughes-Plath nicht entziehen kann.

 

 

Links zum Buch:
Diogenes Verlag: ‚
Du sagst es
Genialokal: ‚
Du sagst es‘
Rezension: ‚Die Glasglocke

 

 

 

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