„Eine Dame von Welt - Eine Salonerzählung“ von Henry James

10.02.2016 14:27

Diese kleine Novelle, die Erst im Januar erschienen ist, wurde mir vom Aufbau Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank dafür. Wegen der Seitenzahl von 176 Seiten, wobei 40 Seiten allein schon, für den sehr Ausführlichen Anhang zu rechnen sind. Das kleine Bändchen ist flexibel ist gelben Leinen gebunden natürlich mit Lesebändchen. Geziert wird es von einer sehr schönen Banderole, die die geheimnisvolle Dame von Welt zeigen soll. Im Inneren findet man eine Zeichnung von einem französischen Theater und am Anfang des Anhanges lässt sich ein Portrait des Autors bewundern.

Inhalt:
„Eine Dame von Welt“ ist eine fast vergessene Erzählung und gilt als Gegenstück zu einem früheren Werk von Henry James: „Daisy Miller“
Eine unerschrockene Amerikanerin macht sich von dem langen Weg von San Diego nach Europa. Ihr Ziel ist es die höhere Gesellschaft zu erobern und eine ehrbare Dame zu werden. Wird ihr, ihr alter Freund Mr. Littlemore helfen? In welcher Beziehung steht der junge Edelmann Mr. Demesne zu der Amerikanerin Mrs. Headway?

Meine Meinung:
„Eine Dame von Welt“ ist meine erste Erzählung von Henry James, aber es wird bestimmt nicht meine letzte sein.
Die kleine Geschichte liest sich locker leicht weg, und ist dabei äußerst amüsant. Trotz der vorhandenen Leichtigkeit, zeichnet Henry James ein psychologisches Profil der Frauen seiner Zeit. Vor allem zeigt er welch Macht die Frauen wirklich hatten, auch wenn die natürlich politisch nicht der Fall war. Das hielt die Damen jedoch nicht davon ab, ihre Macht in den gesellschaftlichen Kreisen auszuleben.
Auch wenn Mrs Headway am Anfang sehr naiv wirkt, im Verlauf der Geschichte ändert sich dies aber durchaus. Generell werden hier die bessere Hälfte der Schöpfung als intelligente treibend Kraft gezeigt. Die Männer werden fast etwas einfältig dargestellt.
Interessant finde ich es wie Henry James Die Europäer und die Amerikaner darstellt. Die Amerikaner leben beschwingter, aber im Grunde ihres Herzens sind auch sie konservativ und dann sind da noch die stocksteifen Europäer, denen es schwer fällt auf ihr Herz zuhören. Und dann ist da noch Mrs Headway die in keiner der beiden Welten Zuhause ist, dies führt oft zu sehr traurig, aber auch komischen Situationen.
Obwohl ich mit dem Anhang, der die genaue Beziehung zwischen der Geschichte „Daisy Miller“ und „Eine Dame von Welt“, (noch) nicht viel anfangen konnte, gab es doch einen guten Einblick in die Welt von Henry James. Ich werde es schnellst möglich nachholen „Daisy Miller“ zu lesen.

Ich empfehle „Eine Dame von Welt“ zusammen mit einer Tasse Tee und an einem gemütlichen Sonntagnachmittag zu genießen, amüsante Unterhaltung garantiert.

 

Links zum Buch:
Aufbau Verlag „Eine Dame von Welt
Amazon: „Eine Dame von Welt