Eine wie Alaska von John Green

17.03.2017 09:59

‚Eine wie Alaska‘ gehört für mich zu den Büchern, das ich nie gelesen hätte, wäre es mir nicht empfohlen wurden. Vor allem nicht, nachdem mir vor einigen Jahren ‚Das Schicksal ist ein mieser Verräter‘ so gar nicht gefallen hat. Aber da die bereits erwähnte Empfehlung von dem Autor Benedict Wells kam, die er mir im Rahmen einer seiner Lesungen gegeben hat, wollte ich John Green noch eine Chance geben. Ich habe es nicht bereut.
Der Jugendroman, der aber auch sehr gut von Erwachsenen gelesen werden kann, hat 304 Seiten und ist als Taschenbuch im Juni 2009 bei der dtv Verlagsgesellschaft erschienen.

 

Inhalt:
Miles ist 16 und hat keine Freunde. Dies ändert sich als er auf ein Internat wechselt. Dort lernt er neben dem Colonel, der eigentlich Chip heißt und sein Mitbewohner ist, die faszinierende Alaska kennen. Wer ist dieses Mädchen, das so selbstbewusst ist und gleichzeitig so schüchtern. Gemeinsam erleben die drei eine unbeschwerte Zeit, bis ein Ereignis das Glück trübt.

 

Meine Meinung:
Die Figuren und die Atmosphäre ist unglaublich dicht. Alaska, Miles und Chip wirken ab der ersten Zeile so echt, das es mir ging als ob ich die Figuren persönlich kennen würde. Dabei ist das interessante, das keine der Figuren wirklich rund ist. Jede Einzelne hat ihre Ecken und Kanten, was für mich die Figuren nur noch echter macht. So ist Alaska, stellenweise unglaublich zickig und wird sehr unnahbar, wenn ihr ein Mensch zu nah kommt. Der Colonel leidet seh unter seiner armen Herkunft. Was der etwas zu klein geratene Junge durch ein gewisses überhebliches Gehabe wettmachen versucht. Der Ich - Erzähler Miles ist das Gegenteil von Chip, unscheinbar mit einer Leidenschaft für letzte Satz berühmter Persönlichkeiten.
John Green gelingt es in seinem Debütroman, ist ein ein Meisterwerk an Atmosphäre. Sehr dicht beschreibt er ein Internatsleben, mit all seinen großen und kleinen Dramen, Erlebnissen, mit Handlungsweisen, die man als ehemaliger Internatsschüler besonders gut cnachvollziehen kann, das Bedürfnis Streiche zu spielen aber gleichzeitig auf einer Art auch erwachsen zu sein.
Mit einer Wendung in der Mitte des Buches hebt er die vorangegangene Ereignisse auf eine ganz andere Ebene, die alles noch einmal in ein ganz anderes Licht tauchen.
Auch wenn ich in der ersten Hälfte sehr skeptisch war, hat mich das Buch mit der zweiten Hälfte komplett von sich überzeugt. So sehr das ich es noch mal lesen möchte. Vor allem die Wendung, die zwar in den Kapitelüberschriften angekündigt wird, aber mit der ich in dieser Form nie gerechnet hatte und somit sich Begebenheiten zusammenfügen, die vorher scheinbar keine Bedeutung hatten. Unterstützt wurde für mich dieses Aha-Erlebnis durch die philosophischen Ansätze, die die drei Jugendlichen in ihrem Unterricht erfahren oder in diesen philosophischen Gesprächen, wie man sie nur junger Mensch führen, wenn man noch nicht endgültig über die Schwelle zum Erwachsenen sein getreten ist.

Die Sprache ist die eines Jugendromans, die aber alles andere als plump und einfach ist. Aber das Buch ist vielmehr ein Coming-of-Age-Roman, der in jedem Alter mit Freude gelesen werden können. Freunde von ‚Der Club der toten Dichter‘ und ‚Die geheime Geschichte‘ werden sich mit diesem Roman sehr wohl fühlen.

 

 

Links zum Buch:
dtv Verlagsgesellschaft: ‚Eine wie Alaska
Genialokal: ‚Eine wie Alaska