"Emmy & Oliver" von Robin Benway

12.05.2016 14:01

Als ich in der Vorschau „Emmy & Oliver“ gesehen habe, habe ich mich in das Cover verguckt, beim Klappentext war ich leicht verliebt. Was aus dieser Verliebtheit wurde, möchte ich euch nun berichten. Das Jugendbuch hat 384 Seiten und ist im Februar 2016, Magellan Verlag erschienen. Die Altersempfehlung liegt bei 14 Jahren, dem kann ich guten Gewissens zustimmen.

Inhalt:
Emmy wird seit zehn Jahren mit Samthandschuhen angefasst und das seit dem Tag als der Nachbarsjunge und Emmy´s bester Freund Oliver entführt wurde. Diese vorsichtige Behandlung hört auch auf als Oliver wieder auftaucht. Dabei möchte doch Emmy endlich ein ganz normales Leben, auf Parties gehen, selber entscheiden auf welche Uni sie gehen will und endlich nicht mehr heimlich surfen, denn im Surfen ist sie richtig gut. Aber vor allem möchte sie jetzt Zeit mit Oliver verbringen.

Meine Meinung:
„Emmy & Oliver“ ist für mich ein Versuch mich dem Genre Jugendbuch wieder mehr anzunähern. Der Magellan Verlag verspricht besondere Kinder- und Jugendbücher und soviel kann ich schon jetzt verraten, die Gestaltung ist besonders, schaut euch mal die Bilder auf meinem Instagramacount an.
Erzählt wird die Geschichte komplett aus der Sicht von Emmy, auch die kleinen Rückblicke sind aus ihrer Sicht. Sie war mir vom ersten Moment an total sympathisch, besondres da sie auch absolut nicht oberflächlich ist und das Handeln hinterfragt. Dabei hat sie einen absolut umwerfenden Humor, der mir vor Lachen die Tränen in die Augen getrieben hat. Obwohl alles aus der Ich-Perspektive geschrieben ist lernt der Leser alle Anderen sehr gut kennen. Natürlich liegt der Fokus dabei auf Oliver, dessen Gefühlscaos sehr gut dargestellt ist. Und gibt es ja noch Emmy´s Freunde, die beiden haben ihre eigenen Päckchen zu tragen. Trotz das es sich hierbei um Nebencharaktere handelt, werden sie absolut tiefgründig dargestellt. Ich habe mit ihnen genauso mitgelitten, wie mit Emmy und Oliver. Der Schreibstil ist dabei nicht in übertriebener Jugendsprache, sondern absolut natürlich, man merkt den Protagonisten an, das sie Bildung genossen haben. Und wer das nervige angehimmel irgendwelcher Typen (Badboy, Goodgirl) oder Dreiecksbeziehungen ebenso wenig leiden kann, wie ich, der ist mit dem Buch bestens beraten.
Das Thema Entführung ist nicht grade einfach zu verarbeiten. Ich finde aber die Autorin Robin Benway hat dies in ihrem Buch sehr gut gelöst, in dem sie Emmy als (fast) Aussenstehende erzählen lässt. Dies bringt mit sich, das es kein klassisches Schwarz-Weiß-Denken gibt, sondern mit fortschreitender Handlung muss sie sich immer mehr der Frage stellen, ist die Situation zehn Jahre lang wirklich so schrecklich für Oliver gewesen, wie sie immer dachte und was bedeutet es für Oliver aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen zu werden, um in einer fremden Umgebung neu anzufangen? Hat ihre Freundschaft die lange Trennung verkraftet oder müssen sie sich erst neu finden?
Das Jugendbuch „Emmy & Oliver“ erzählt sehr glaubwürdig, was es für eine Familie und Freunde bedeutet, wenn ein Familienmitglied plötzlich verschwindet und Jahre später wieder auftaucht, aber auch wie es dem Entführten geht, ohne dabei klischeehaft, oberflächlich zu sein. Nicht nur für jüngere Leser ein Highlight, auch ältere Leseratten werden diesem Buch viel abgewinnen können. Ein Buch das gut in den Sommer passt und für mich ein Feel-Good-Buch mit einem etwas anderem Thema, das ich gerne wieder lesen werde. Für mich ist das Experiment Jugendbuch geglückt und ich freue mich schon auf das nächste Buch aus dem Magellan Verlag, das schon die mir Zuhause liegt. 

 

Links zu Buch:
Magellan Verlag: „Emmy & Oliver
Amazon: „Emmy & Oliver
Leseprobe: „Emmy & Oliver