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Extrem Laut und unglaublich nah von Jonathan Safran Foer

03.02.2017 11:45

Vor ‚Extrem laut und unglaublich nah‘ habe ich mich sehr lange gedrückt, denn von Jedem der das Buch las hörte ich nur, es geht einem sehr unter die Haut. Zum Anlass das Buch dann doch noch zu lesen, war für mich das neu erschiene Buch des Autoren ‚Hier bin Ich‘. Vorher wollte ich jedoch unbedingt dieses Buch hier lesen.
Das Buch ist als Taschenbuch im Mai 2007 im S. Fischer-Verlag erschienen, es umfasst 472 Seiten.

Inhalt:
Oskar Schell ist neun Jahre alt, er ist Erfinder, Pazifist, Veganer, Tamburinspieler und Schmuckdesigner. Oskar Schell ist neun Jahre alt, er ist tief traurig und verstört. Sein Vater kam am 11. September 2001 ums Leben. Ein Jahr später macht er sich mit seinen Tamburin und einem Schlüssel auf die Suche nach dem richtigen Schloss quer durch New York.

 

Meine Meinung:
‚Extrem laut und unglaublich nah‘ enthält soviel, dass ich gar nicht weis wann und wie ich anfangen soll. Beim ersten durchblättern fallen einem die vielen bunten Seiten und Fotos auf. Jedes Bild oder Besonderheit unterstützt die Geschichte auf eigene Art und Weise, was die Geschichte nur noch greifbarer macht.
Eigentlich erzählt der Roman zwei Geschichten. Die Hauptgeschichte ist Oskar’s Geschichte und dann ist da noch die Geschichte von Oskars Großeltern. Was Beide gemeinsam haben ist das Thema Trauma- und Trauerbewältigung. Durch die unterschiedlichen Zeitabstände von einem Jahr und mehreren Jahrzehnten entstehen sehr  verschiedene Perspektiven und Umgangsformen.
Auf die Großeltern möchte ich gar nicht weiter eingehen, dies würde der Geschichte zu viel vorweg nehmen. Dafür möchte ich euch etwas von dem kleinen Oskar erzählen. Er ist ein sehr besondere Junge. Im ersten Moment wirkt er sehr skurril und eigen, wahrscheinlich hochbegabt und sehr sensibel. Nach diesem schrecklichen Tag hat er einige Eigenheiten entwickelt, so erfindet er in seinem Kopf die eigentümlichsten Erfindungen, nur um nicht an den Tod des Vaters denken zu müssen. Des Weiteren weigert sich sämtlichen öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Auf seiner Schlosssuche muss er so auch New York zu Fuss durchqueren.
Auf seiner Suche lernt er auch ganz besondere Menschen kennen und deren Geschichten, die Oskar beim Heilen helfen.
Der Schreibstil passt sehr gut zu der Handlung, er ist sehr stark und einfühlsam. Die Sprache lässt alle Figuren zum Leben erwecken, ist dabei sehr leicht und flüssig zu lesen. Nicht nur einmal hatte ich das Gefühl der kleine Oskar erzählt seine wahre Geschichte.
‚Extrem laut und unglaublich nah‘ könnte gar keine passender Buchtitel für diesen Roman sein. Ich habe so manches Tränchen verdrückt und manchmal musste ich einfach nur schmunzeln. Dieser Roman wird mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Ein Buch für alle, die besondere Kinderfiguren lieben und keine Angst vor Geschichten haben, die dem Leser mitnehmen und dabei einen interessanten psychologischen Blick mögen auf traumatische Ereignisse.

 

 

Links zum Buch:
S. Fischer: ‚Extrem laut und unglaublich nah
Genialokal: ‚Extrem laut und unglaublich nah‘

 

 

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