Berlin wird zur Zeilenhauptstadt

Who the Fuck is Kafka von Lizzie Doron

28.07.2016 14:42

„Who the Fuck is Kafka“ ist eine Zufallsentdeckung und mit dem Schwerpunkt Nahostkonflikt wollte ich es gerne unbedingt lesen. Insbesondere da Lizzie Doron weiß wovon sie schreibt, da sie eine, in Tel Aviv, lebende Schriftstellerin ist. Der Roman hat 257 Seiten und ist in einer Klappbroschur Anfang 2015 im dtv Verlag erschienen.

 

Inhalt:
Sie ist eine israelische Schriftstellerin, die ein Buch schreiben will über den palistinänsischen Fotografen, Filmemacher und Friedenskämpfer Nadim. Er möchte ein Film über die israelische Autorin drehen.

Meine Meinung:
Ich bin gespaltener Meinung, wenn ich an diesen Roman zurück denke.

Die erste Hälfte habe ich geliebt und verschlungen. Es  gibt soviel Textstellen die ich mir unbedingt herausschreiben muss. Ich habe mit den Protagonistin mitgefiebert und gelitten. Trotz der für mich etwas kruden cronologischen Schreibweise. die Geschichte springt manchmal etwas seltsam in der Zeit hin und her und es springt zwischen Erinnerungen und Gegenwartshandlung. In der ersten Hälfte hatte ich gar keine Schwierigkeiten mich in den leicht verworrenen Schreibstil zurecht zu finden. Aber was mich besonders an dem ersten Teil fesselte, sind die einfühlsame Herangehensweise, mit der sich Lizzie Doron dem tiefverwurzeltem Thema Vorurteile gegenüber dem jeweils Anderen nähert. Sie schildert sehr glaubwürdig mit welchen Einschränkungen Palästinenser und Juden leben, es zeigt wie wichtig ein gerechter Frieden für Israel. 

Im laufe der Geschichte wird das Hauptaugenmerk auf Nadim gelegt. Aber besonders im ersten Viertel erfährt der Leser, wie weit die Angst vor Angriffen das Leben bestimmt. Umgekehrt erfahren wir was es bedeutet der Willkürlichkeit der israelischen Juden, besonders der Armee, ausgesetzt zu sein. Dies ist der Grund warum Nadim seine Papiere am Körper trägt. Welche weiteren Einschränkungen es noch gibt müsst ihr selber lesen.

Mit dem zweiten Teil kam der große Einbruch. Die Geschichte verlor für mich jeden Zusammenhang. Die Protagonisten wurden für mich immer unsympathischer und ihre Gedanken und Handlungen konnte ich nur noch bedingt nachvollziehen. Der immer verwirrend werdender Schreibstil tat sein übriges.
Im letzten Viertel hatte ich komplett den Faden verloren. Beinahe wirkt es auf mich so als ob die Autorin selber den Überblick verloren hatte und um ihre Grundidee von dem Filmemacher der den Film drehen möchte retten zu können macht sie erneut ein anderes Thema auf. Diesem Thema gibt sie aber nicht genug Raum sich zu entwickeln. Grade für das zuletzt angesprochene Thema hätte sich, meiner Meinung nach, gut für ein anderes Buch geeignet.

Lizzie Doron Werke handeln alle in Israel und beschäftigen sich laut der Klappentexte, alle mit der Generation die den Staat Israel gegründet haben und deren weitere Geschichte. Dies ist der Grund warum ich der israelischen Autoren bei entsprechender Gelegenheit noch eine Chance geben.

„Who the Fuck is Kafka“ bietet stellenweise einen guten Einblick in das gegenwärtige Leben Israels. Jedoch empfehle ich mit nicht ganz so hohen Erwartungen an den Roman zu gehen, dann wird die Geschichte eine erfreuliches Lesevergnügen werden.

 

Links zum Buch:
dtv: „Who the Fuck is Kafka
genialokal: „Who the Fuck is Kafka

© 2015 Alle Rechte vorbehalten.

Erstellen Sie kostenlose HomepageWebnode