„Madame Rosella und die Liebe“ von Tuna Kiremitçi

18.02.2016 13:45

Wörter wie „Jüdin“, „Istanbul“, „erzählt über ihr Leben“ reichen für mich aus um das ich das Buch lesen will. Der btb-Verlag war so freundlich mir das Buch zum Rezensieren zur Verfügung zu stellen. Herzlichen Dank! Mit 224 Seiten ist das Taschenbuch, das im Juni 2015 erschien, auch nicht zu dick, so das es als Appetithappen zwischendurch gelesen werden kann. 

Inhalt:
Die 80-jährige deutsche Jüdin Rosella sucht jemanden zum Reden und gibt eine Anzeige auf. Die junge türkische Studentin Pelin meldet sich auf die Annonce. Die beiden Frauen unterhalten sich über: Rosellas Zeit in Istanbul, die Liebe, Religion und das Leben. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft…

Meine Meinung:
Ein Buch das mich sehr gespalten zurück lässt. Auf der einen Seite ist da Rosella die während des Krieges nach Istanbul flieht. Sie erzählt so lebendig, das diese Passagen mir bunt vor Augen standen. Auf der anderen Seite ist da die junge Studentin Pelin, diese stand für mich im sehr starken Kontrast zu Rosella. Für mich war sie permanent aufmüpfig, bockig und bei ihrer Ausdrucksweise hat sich bei mir alles zusammen gezogen. Hätte nicht oft genug da gestanden das sie studiert, hätte ich gedacht sie ist zwölf und mitten in der Pubertät.
Das das komplette Buch ist komplett in Dialogform geschrieben, ohne jegliche Beschreibungen wie die Umgebung aussieht und die beiden Protagonisten aussehen. Es wird auch nicht darauf hingewiesen wer grade spricht, dies war für mich grade am Anfang sehr ungewohnt und irreführend, aber im Laufe der Geschichte hat sich das gelegt und jeder Charakter hat seine eigene Stimme erhalten.Auf Grund dieser gewählten Form verstehe ich auch, dass der Autor Tuna Kirimiçi sprachlich und entwicklungsmäßig die bei beiden Frauen soweit auseinander angesiedelt hat. So entsteht eine Art Schüler-Lehrer-Beziehung. Rosella, erzählt von der Liebe und ihren Fehlern die sie im Leben gemacht hat. Dieser Dialog ist sehr leichtgängig zu lesen.
Wer aber wie ich hier eine tiefsinnige, lebensbereichernde Lektüre erwartet, die dazu noch nachhallt, wird hier schwer enttäuscht werden. Versprochene Themen wie Religion, Sex, Individualität, werden angesprochen aber mehr leider auch nicht.
Die Idee des Romans gefällt mir sehr und auch die alte Dame Rosella. Allerdings wurde er an vielen Stellen überspitzt dargestellt, besonders im Zusammenhang mit Pelin. Für mich ist es ein ein Buch zum Weglesen und stellenweise zum Schmunzeln, aber mehr auch nicht.

 

Links zum Buch:
btb Verlag: „Madame Rosella und die Liebe
Amazon: „Madame Rosella und die Liebe