Mit anderen Worten: ich von Tamara Ireland Stone

15.04.2017 13:31

Das Buch stand ein Jahr in meinem Bücherregal ohne gelesen zu werden. Inzwischen hatte ich es verliehen und diese Person, sagte mir: Ich solle es ruhig einmal lesen. Nach einem wirklich anstrengenden Buch, freute ich mich endlich mein zweites Buch aus dem Magellanverlag zu lesen. Dieses wunderschön aufgemachte Hardcover hat 336 Seiten und ist im Januar 2016 erschienen.

 

Inhalt:
Sam ist anders. Sam kann ihre Gedanken nicht abschalten. Sam hat Angst als verrückt abgestempelt zu werden, nicht einmal ihre besten Freundinnen wissen von ihrem täglichen Kampf im Kopf. Erst als sie in der Schule auf die unkonventionelle Caroline trifft, ändert sich ihr Leben. Sie lädt Sam ein, an einem geheimen Dichterclub in ihrer Schule teilzunehmen. Sie verliebt sich dort nicht nur in den schüchternen AJ, sondern sie lernt zum ersten mal welche positive Macht Worte und Gedanken haben können, wenn sie ausgesprochen werden. Doch dann scheint eine Entdeckung alles zu ändern.

 

Meine Meinung:
Wir treten in Geschichte ein, als Sam mit ihren Freundinnen einen Valentinstag vorbereitet und Sam fällt in eine Gedankenspirale. Auf den ersten Seiten klärt die Autorin auf, dass die Protagonistin unter einer Zwangsstörung leidet. Im ersten Moment fiel mir sofort auf, dass alles sehr amerikanisch in diesem Jugendroman ist. Sam selbst gehört zu einer angesagten Clique von Mädchen, die sich nur allzu gerne für die Königinnen, der Schule halten. Natürlich ziehen sie nicht nur über Andere her, sondern auch gegenseitig über sich. Zuerst dachte ich die Autorin braucht diese Bild um Sam´s Entwicklung zu verdeutlichen und bestimmt ist sie am Ende ein anderer Mensch. Leider war dem nicht ganz so, selbst zum Ende hin nimmt diese Freundschaft immer verhältnismäßig viel Raum ein und Sam wird immer wieder zu Samantha. Samantha wird sie von ihren affektierten Freundinnen genannt. Eigentlich würde sie lieber Sam genannt werden, aber das ist den Freundinnen nicht schick genug.
Dabei lernt Sam im Dichterclub soooo tolle Menschen kennen, die der Geschichte so viel mehr Leben, Tiefe und Realität hätten geben können, wenn sie etwas besser ausgearbeitet wären. Ich persönlich liebe die kleine Dichtergemeinschaft, mit ihren tollen Ideen. Bis jetzt verstehe ich immer noch nicht warum Tamara Ireland Stone nicht dieses Potenzial genutzt hat, denn genau diese Momente im Club oder mit anderen Mitgliedern sind es gewesen, die mich weiterlesen haben. Ich liebe die Texte, welche mich an Poetry Slam erinnern und in ein paar Zeilen eine ganze Gefühlswelt vermitteln.
Ebenso mag ich die zarte und nicht zu aufdringliche Lovestory von Sam und AJ. Das war auch fast der einzige richtige Punkt, bei dem ich gemerkt habe, wie sehr die Zwangsstörung das Leben der Figur bestimmt. Die Zwangsstörung wird mir persönlich etwas zu oberflächlich betrachtet, man erfährt gar nichts darüber wie die Familie damit umgeht oder wie es diagnostiziert wurde.
Zu der versprochenen großen Wendung, die ich schon ein paar Seiten vorher geahnt habe und nur noch gehofft habe, bitte tritt so nicht ein, muss ich sagen sie ist absoluter Blödsinn und passt für mich gar nicht ins Bild.
Trotz der vielen Kritikpunkte lies sich der Roman locker, leicht lesen. Irgendwie sagte mir der sogar zu. Es war ein wenig so als würde ich einen Teenie-Highschool-Film gucken. Die eigentlich Grundidee gefällt mir immer noch sehr gut, nur leider hapert es an der Umsetzung etwas. 

 

 

Links zum Buch:
Magellanverlag: ‚Mit anderen Worten: ich
Genialokal: ‚Mit anderen Worten: ich