Nur ein kleiner Sommerflirt von Simone Elkeles

19.05.2017 10:37

‚Nur ein kleiner Sommerflirt‘ las ich parallel zu einer Leserunde. Ich brauche einfach eine locker-leichte Lektüre, die mich gut unterhält, aber nicht zu anspruchsvoll ist. Da der Jugendroman in Israel spielt und ich einige positive Meinungen vernommen hatte, beschloss ich mir das Buch als Ebook von der Onleihe auszuleihen. Als Taschenbuch hat das Buch 288 Seiten und ist bereits im April 2013 bei cbt erschienen.

 

Inhalt:
Amy ist 16 und lebt in einer amerikanischen Großstadt und nun soll sie mit ihren kaum anwesenden Vater Ron den Sommer in Israel verbringen. Dort soll sie dann auch die kranke Großmutter kennen lernen und einen Sommer mit nervigen Verwandten und sehr vielen Schafen verbringen. Das sind wirklich schreckliche Aussichten, zumindest solange bis sie Avi begegnet. Der sie immer wieder zu Weißglut treibt und dabei so sexy aussieht.

 

Meine Meinung:
‚Nur ein kleiner Sommerflirt‘ macht im ersten Moment einen recht oberflächlichen Eindruck. Amy wirkt im ersten Moment etwas nervig, mit ihren ständigen in Gedanken dämliche Kommentare abgeben oder auch bescheuerte Spitznamen geben, wirkt sie doch stellenweise etwas einfältig. Aber schnell wird dem Leser klar das es Amy´s Unsicherheit ist, die da aus ihr spricht. Sie soll den Sommer in einem Land verbringen, dessen politische Lage sehr unsicher ist, mit Menschen die sie kaum bis gar nicht kennt und einer Sprache derer sie nicht mächtig ist. Ich konnte mir beim Lesen sehr gut vorstellen, das dies auch leicht überfordernd ist. Zumal zu Beginn des Buches erfährt der Leser kaum Hintergründe. Das Buch spielt nicht wie ich es erst angenommen habe in einer größeren Stadt Israels, sondern in der ländlichen Umgebung der Golanhöhen, einem heute noch stark umkämpften Gebiet, das heute auch noch immer hinderlich ist für erfolgreiche Friedensverhandlungen. Hätte man dies unserer Protagonisten gleich zu Beginn ihres Sommers in Israel erklärt, so hätte sie sich an so mancher Stelle gewiss anders Verhalten und das ganze Buch hätte von Anfang an vielmehr Tiefe bekommen.
‚Nur ein kleiner Sommerflirt‘ ist nach dem Lesen für mich ein sehr trauriger Titel. Simone Elkeles schafft es sehr gut rüber zu bringen, was junge Menschen in Israel bewegt. Dies ist der verpflichtende Eintritt in die israelische Armee und den damit verbundenen Überlegungen zu Kampf und Tod und den damit verbunden Wunsch nach Freiheit, das eigene Leben so gestalten wollen wie man möchte.
Ich persönlich finde es doch immer wieder interessant zu lesen was geschieht, wenn sich so verschiedene Kulturen gegenüber stehen. Dieser Roman lebt von seinem Kulturschock.
Mit ihrem leichten und humorvollen Schreibstil, ist Simone Elkeles ein schöner Sommerroman mit doch ernstem Hintergrund gelungen. Auch Band 2 und 3 werde ich diesen Sommer auch noch lesen.

 

 

Links zum Buch:
cbt-Verlag: ‚Nur ein kleiner Sommerflirt
Genialokal: ‚Nur ein kleiner Sommerflirt