"Tibetisches Feuer" von Eliot Pattison

05.05.2016 12:49

Durch eine E-Mail vom Aufbau Verlag, bin ich auf „Tibetisches Feuer“ aufmerksam geworden. Das Setting Tibet im Zusammenhang mit einen Kriminal Roman hat mich sehr gereizt. Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, vielen Dank. Der achte Teil der Reihe um den Ermittler Shan, der genau so gut einzeln gelesen werden kann, hat 400 Seiten und ist im Februar 2016 bei Rütten & Loening erschienen.

Inhalt:
Shan ist weise wie ein Mönch und ermittelt wie Sherlock Holmes. Als Shan und sein Freund Lokesh verhaftet werden rechnen sie mit einer Anklage durch die chinesischen Besatzer. Das erstaunen ist groß, als Shan als Ermittler hinzu gerufen wird, um vielen Selbstverbrennungen aufzuklären. Dieser Auftrag ist sehr riskant, denn sein Vorgänger wurde bei den Ermittlungen ermordet. Welche Rolle spielt der Chinese Pao in diesem mörderischen Spiel?

Meine Meinung:
Es ist wichtig, das Bücher über die Situation in Tibet geschrieben werden, besonders wenn sie so gut recherchiert wurden, wie in „Tibetisches Feuer“. Es ist kaum Fassbar unter welchen Bedingungen die Tibeter in ihrem eigenen Land unterdrückt werden. Sehr bedrückend und schockierend. Diese drückende Stimmung zieht sich durch das gesamte Buch. Erleichterung gibt es nicht wirklich und dies spiegelt wieder wie sich die Tibeter in ihrer Heimat fühlen, was es es heißt niemandem zu vertrauen.
Wer aber ein Buch erwartet, dass den Leser in die mystische Welt von Tibet entführt, der wird etwas enttäuscht werden. Vielmehr geht es um die Position Chinas in der Welt und deren Umgang mit dem Dach der Welt. Ein gewisse politisches und geschichtliche Interesse ist beim Lesen durchaus von Vorteil. Ich persönlich habe mich bisher eher weniger mit Tibet beschäftigt und darum zur Begleitung einige Dokumentationen angeschaut, dieses hat mir gut geholfen.
Natürlich spielen die Figuren in einem Buch die Hauptrolle und nicht der Handlungsort. Eliot Pattison lässt in seinem Buch viele Personen einfließen, mir viel es oft schwer diese zu zuordnen. Von allen Personen wird sehr kurz der Hintergrund beleuchtet. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Shan, dem ehemals chinesischen Ermittler, der heute mehr ein Tibeter ist. Wie es dazu kam wird im Buch erzählt. Shan war nicht unbedingt die Person, die den Leser im Herzen trifft. Oft bleibt er sehr distanziert, fast schon unnahbar. In sehr wenigen Momenten kommen doch mal so etwas wie Emotionen auf. Der Schreibstil unterstreicht die Distanz noch, er ist etwas trocken und schwieriger zu lesen. Ich brauchte oft viel Konzentration. Tibetische und chinesische Ausdrücke werden oft kurz im Text erläutert, etwas ausführlicher werden sie noch mal im angehängten Glossar ausgeführt.
Auch wenn ich einige Punkte an der Geschichte auszusetzen habe und man das Buch definitiv als Einzelband lesen kann, ohne das Gefühl zu haben man weis überhaupt nicht worum es geht, würde ich doch noch gerne die anderen Teile um Shan und seinen Freund Lokesh lesen. Die Situation in Tibet und das im Buch beschriebene lässt mich nur schwer wieder los. Ich möchte einfach mehr erfahren.

 

 

Links zum Buch:
Rütten & Loening (Aufbau Verlag): „Tibetisches Feuer
Amazon: „Tibetisches Feuer