Unorthodox von Deborah Feldman

21.07.2016 12:58

Das Buch wurde mir neulich in einer Buchhandlung empfohlen. Obwohl ich Bücher zum Thema Judentum sehr schätze, ist mir„ Unorthodox“von Deborah Feldman Nicht Bekannt gewesen.

Der Roman ist im März 2015 im Secession Verlag für Literatur, mit 319 Seiten, erschienen. 

 

Inhalt:

Deborah Feldman wächst als Kind und Jugendliche in der in der Satmar Gemeinde in Wilhelmsburg New York auf. Wie berichtet vieles ist als Kind in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde erwachsen zu werden und dabei zu spüren dass man eigentlich wir vom Leben erwartet, als nur Hausfrau und Mutter zu sein.

 

Meine Meinung:

Ein Buch, das ich von der ersten Seite bis zur letzten Seite absolut fesseln konnte.  Innerhalb weniger Stunden habe ich den Roman komplett durchgelesen. Besondere an dem Buch ist, das ist nicht nur an autobiografischen Ereignissen der Autorin angelehnt ist, sondern auch wie von der Liebe zu Büchern erzählt wird und wie sie Freiheit bringen können. Dieses fällt dem Leser an den Kapitelanfängen auf, denn an jedem Anfang werden Textstellen zitiert aus Büchern, die der Autorin zu jener Zeit besonders wichtig waren. 

Jedes Kapitel erzählt Einen Abschnitt im Leben, das bedeutet das alle Kapitel auch meist etwas länger sind. Die Sprache ist dabei besonders dicht und eingängig. In einem Glossar werden typisch jüdische Begriffe sehr gut erklärt. Somit ist das Buch auch für Leser geeignet, die sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigen wollen.

Für Jemanden, der nicht jüdisch ist erst recht nicht einer ultraorthodoxen Glaubensgemeinschaft angehört dem werden in diesem Buch oft die Haare zu Berge stehen. Es hat mich mitgenommen, wie wenig Wert eine Frau in dieser Gemeinschaft hat. Die Bildung ist nur auf die Tora begrenzt und lehnt alles moderne ab. Englisch gilt als Teufelssprache, was zur Folge hat das die Satmarer Juden kaum bis gar kein Englisch können, obwohl sie in der mit Metropole New York Leben. Deborah Feldman ist nur ein Jahr älter ist, als ich selber. Das Buch aber wirkt, als ob es in den fünfziger, sechziger Jahren spielt und nicht im 20. Jahrhundert, wo es normal ist, das Frauen Bildung erhalten und arbeiten gehen. 

Trotz das mir die Handlung fremd vorkommen, kann ich die meisten Figuren und deren Leben nachvollziehen. Dieses schafft Deborah Feldman, in dem Sie völlig wertfrei und ohne Wut Ihre Geschichte schildert. Ich möchte noch einmal betonen, dass die Geschichte an die Biografie der Autorin angelehnt und Tatsachen verändert wurden um Menschen zu schützen. Ich persönlich kann daran nichts verwerfliches finden.

Der größte Teil des Romans spielt wider erwarten in der Gemeinschaft. Erst ganz zum Schluss wird erzählt, wie die Autorin flieht. Vielmehr Erzählt der Roman die Geschichte einer Entscheidungsfindung, der aber nichts an Spannung verloren geht.

 

Ich muss mich vor Deborah Feldman verbeugen, dass dieses Buch ganz ohne Vorwürfe, Klischees und Vorurteile auskommt.

„Unorthodox“ kann ich einfach nur empfehlen.

 

Links zum Buch:
Secession Verlag für Literatur: „Unorthodox

Genialokal: „Unorthodox