"Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells

17.03.2016 09:33

Wer in letzter Zeit auf der Suche nach neuen Büchern, dem wird „Vom Ende der Einsamkeit“ über den Weg gelaufen sein zumindest ging es mir so. Als ich dann noch eine Livestreamlesung von LovelyBooks gesehen habe, war es um mich geschehen. Ein paar Tage später habe ich das Glück gehabt Benedict Wells, in der Clinkerlounge live zu erleben und die Premierenlesung hat sich wahrlich gelohnt, nicht zuletzt wegen dem Buch sondern auch auf Grund des Singer/Songwriter Jacob Brass.
Der Gegenwartsroman wurde mir freundlicher Weise vom Diogenes Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank.
Beendigt Wells neuster Roman ist im Februar 2016 erschienen und hat 368 Seiten.

Inhalt:
Jules ist der Jüngste, der drei Monreau-Geschwister. Seine Schwester Liz ist die Mittlere und Marty ist der Älteste. Alle drei wachsen in einem behüteten Elternhaus auf, bist zu dem Tag, an dem die Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Das ist der Tag an dem sich alles ändert.
Ein Roman über Verlust, Einsamkeit und der großen Liebe …

Meine Meinung:
„Vom Ende der Einsamkeit“ ist ein Buch, bei dem mir im ersten Moment die Worte fehlen, um meine Emotionen in eine gescheite Meinung zu verpacken.
Der Roman besteht aus zehn Kapiteln, mit seinen kurzen Absätzen die auch immer einen Zeitsprung darstellen, entwickelt sich die Lektüre schnell zu einem Pageturner. Der Schreibstil ist dabei sehr bildgewaltig, die dafür sorgt das sich die sprachlichen Bilder sofort in meinem Kopf festgesetzt haben und mich bis heute noch nicht los gelassen haben. Unterstützt wird das Kopfkino durch die offenen Absätze.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jules, in der Ich-Perspektive. Wir begleiten Jules ab dem Alter von 10 Jahren bis er an die 40 Jahre ist. Der Leser erlebt mit wie Jules und seine Geschwister erwachsen werden, alles verlieren und auf der Suche nach Geborgenheit. Mit der Sehnsucht nach Halt in einer Welt, die sich ständig wandelt.
Alle Drei versuchen, ihren eigenen Weg zu finden um mit ihrem Schicksal umzugehen. Jeder der drei Geschwister ist absolut unterschiedlich. Jules ist ein Träumer, er neigt dazu nach seinem Herzen zu handeln, zumindest wenn es um seinen Beruf geht. Liz ist ein unruhiger Geist, der ein sehr bewegtes Leben führt und Marty ist der Nerd, der absolut praktisch veranlagt ist, er ist das Gegenteil von seinem jüngeren Bruder.
Dabei liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf Jules, aber er erzählt immer wieder von seinen Geschwistern, die versuchen ihren eigenen Weg zu finden. Sehr interessant fand ich immer das man Jules, egal wie weit das Buch fortgeschritten ist, in Anwesenheit seiner Geschwister immer der „Kleine“ ist, aber in Anwesenheit von Freunden und seiner Liebe erlebt man den erwachsenen Mann.
Beim Lesen wird schnell klar, dass sich der Vertrautenkreis erweitert erst um die etwas eigenwillige Alva und etwas später kommen noch andere Vertraute hinzu.
Benedict Wells schafft es in seinen Roman, die Themen einer Generation anzusprechen. Die Angst vor Schnelllebigkeit und dem Wunsch einen Fussabdruck zu hinterlassen. Dem wachsenen Bewusstsein für die Vergangenheiten und wie wichtig sie für die Zukunft ist. Nicht zu letzt stellt sich die Frage was Familie ausmacht.

Ich bin froh das „Vom Ende der Einsamkeit“ mein erster Roman von Benedict Wells ist, so kann ich noch seine drei früheren Werke für mich entdecken. Eine absolute Leseempfehlung!

 

Links zum Buch:
Diogenes Verlag: „Vom Ende der Einsamkeit
Amazon: „Vom Ende der Einsamkeit"
Livestreamlesung LovelyBooks: „Vom Ende der Einsamkeit
Termine Lesung: Benedict Wells liest live (Absolute Empfehlung!)