Berlin wird zur Zeilenhauptstadt

Warum schreibe ich einen Buchblog?

28.07.2015 12:09

Hallo liebe Bücherfreunde,

 

heute mag ich euch über zwei Artikel berichten, welche besonders in Booktuberkreisen großen Unmut hervorgerufen hat. Der auslösende Artikel ist in der Süddeutsche Zeitung erschien und soll das Portrait der Booktuberin Sara Bow darstellen. Angelockt von den doch zu meist negativen Kommentaren veröffentlichte auch der Literaturblogger Thomas Brasch von "Brasch und Buch", einen noch negativeren Artikel. Ich bin zwar kein Booktuber, aber aus Solidarität und dem Gefühl selber von den Vorwürfen getroffen wurden zu sein, möchte ich mich an dem Projekt #wirsindbooktube beteiligen, nur halt in Blogform. In kurzen Videos stellen viele verschiedene Booktuber vor, warum sie einen Kanal betreiben und teilweise was sie von den Artikeln halten. Genau dieses möchte ich jetzt auch hier tun.

Um euch euch mein Statement etwas näher zu bringen, möchte ich euch, die in den Artikeln vorgebrachten Kritikpunkte kurz nennen. Die acht Punkte sind in keiner bestimmten Reihenfolge und treffen auf einen oder beide Artikel zu. Aber auch als Hobby - Blogger wurde man mit dem einen oder anderen Punkt konfrontiert:

1. Mit Booktube / einem Blog ist ein lukratives Geschäft

2. Die Qualität der Rezensionen ist nicht besser als der Klappentext der einzelnen Bücher

3. Verlage nutzen diese Arten von Medien (Youtube und Blogs) um einen größeren Absatzmarkt aufzumachen, daraus um daraus ihren Vorteil zu ziehen.

4. Es wird nur Trivialliteratur besprochen

5. Lesegeschmack ist unveränderlich, Jemand der in jungen Jahren "einfache" Literatur liest, wird auch als Erwachsener nur "Groschenromane" lesen

6. Verlage lassen Booktubern / Bloggern die selben Rechte zu kommen, wie ausgebildeten Kritikern

7. Bewertungsskalen werden unterschiedlich interpretiert und somit auch unterschiedlich eingesetzt

8. Immer wieder wird der Vergleich zwischen den Booktubern / Bloggern und dem literarischen Quartett gezogen

 

Warum schreibe ich einen Buchblog?

Als allererste der Blog "Das Leseleben" ist ein mein privates Vergnügen. Müsste ich irgendwann kürzer treten, ist es der Blog, der darunter leiden muss. (Keine Angst das ist im Moment nicht der Fall) Jeder Leser, der meinen Blog liest, dem wird auch klar sein, das ich kein ausgebildeter Literaturkritiker bin. Genau das möchte ich auch vermitteln, Ich möchte berichten welche Emotionen ein Buch bei mir hervorgerufen hat, warum genau ich es gut finde oder eben nicht. Oft es für mich in einer Rezension genauso wichtig, warum ich genau jetzt ein bestimmtes Buch lese, und wer weis vielleicht seid ihr ja grade in der selben Lesestimmung wie ich. Und genau das macht für mich den größten Unterschied zwischen Booktubern/Bloggern und Literaturkritikern aus. Wir können selbst entscheiden welches Buch wir rezensieren wollen, ob wir ein Leseexemplar lesen wollen oder nicht. Für mich würde das ablehnen eines Buches kaum folgen haben. Was das für einen Kritiker bedeuten würde könnt ihr euch ja denken. Wenn wir schon einmal bei Leseexemplaren sind, ja Verlage und Autoren verteilen gerne kostenlose Leseexemplare, denn sie erhoffen sich dadurch einen größeren Absatzmarkt. Vorausgesetzt das Buch bekommt eine gute Rezension und der Blog / Kanal genug Aufmerksamkeit. Genau dieses Konzept kann aber auch nach hinten los gehen, oder ein eher unbekanntes Buch oder Autoren unerwartet pushen. In dem Moment wo ich ein Leseexemplar annehme oder ich mich für ein Buch bewerbe, bin ich mir bewusst Teil dieser Maschinerie zu sein. Um ehrlich zu sein fühle ich mich geehrt, wenn ich gefragt werde ob ich ein Buch lesen mag und es rezensieren mag. Ich sehe es als ein nehmen und geben.

Ein Blog ist noch soviel mehr als Rezensionen und kostenlose Bücher, es eröffnet neue Welten. Ich habe in den wenigen Monaten, solang es meinen Blog gibt viele nette Menschen kennen lernen dürfen, darunter auf ganz einen besonderen Menschen. Die mich um etwas gebeten hat, von dem ich bis vor kurzem niemals zu träumen gewagt hätte. Dafür bin ich der lieben Christine von ganzem Herzen dankbar.

Mein Blog hat dazu beigetragen, das mein Lesegeschmack leicht verändert hat. Weg von den gehypten Fantasieromanen und Jugendbüchern, hin zu den feinen oft auch unbekannteren Romanen (meiner Meinung nach ungerechtfertigt), die meinen Kopf und mein Herz gleichermaßen berühren, ihre Fußabdrücke bei mir hinterlassen. Dieses bedeutet auch gleichzeitig, das ich mich mit den Büchern beschäftigt habe, wenn ich eine Rezension verfasst habe. 

Zum Abschluss möchte ich noch eine kurze Bemerkung zu den Bewertungsskalen machen: Ich persönlich finde sie viel zu oberflächlich, sie drücken nicht im geringsten das aus was ich in meinen Rezensionen rüber bringen möchte. Aber leider gehören sie bei Amazon und anderen Bewertungsseiten dazu. Ich mag sie nicht weil es die Leser dazu verleitet nur nach der Bewertung zu schauen. 

 

Unter diesem Hashtag: #wirsindbooktube könnt ihr sehen, warum meine Booktubekollegen ihren Kanal betreiben und was unter Booktube verstehen. Auch die Blogger schließen sich dem Thema mit dem Hashtag: #wirbloggenbücher

© 2015 Alle Rechte vorbehalten.

Erstellen Sie kostenlose HomepageWebnode