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„Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee

25.02.2016 11:17

Leider ist die Autorin Harper Lee vergangene Woche gestorben, um so wichtiger ist es ihr Werk nicht zu vergessen. „Wer die Nachtigall stört“ gehört zur Rubrik Klassiker in der Weltliteratur oder einfach gesagt: man sollte es gelesen haben :-). Seit zwei oder dreiJahren begegne ich ihm immer mal wieder. Mit der Neuauflage, als Hardcover mit Schutzumschlag, vom Rowohlt Verlag hat das lesen auch besonders viel Freude gemacht und 464 Seiten verfliegen auch wirklich schnell. 

Inhalt:
Das Buch ist ein Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen! Es zeigt was Recht und unrecht ich. Was es bedeutet frei zu sein und auch was es heißt angenommen oder fremd zu sein.
Erzählt wird dieser Roman aus der Sicht von Scout, zu Beginn 1931 ist sie sechs Jahre alt. Aber der eigentliche Held ist ihr Vater Atticus Finch, dieser ist Anwalt und verteidigt einen Schwarzen, dem eine Vergewaltigung vorgeworfen wird. Die Geschichte spielt in einer fiktiven Kleinstadt in den Südstaaten.

Meine Meinung:
Ich weis gar nicht wo ich anfangen soll. Vielleicht sollte ich erst einmal die Angst nehmen, die man immer dann bekommt, wenn es heißt: „Ich lese einen Klassiker!“. Vor komplizierter Sprache und Ausdrucksweise brauch man wahrlich keine Angst haben. Ich persönlich fühlte mich beim Lesen sehr an ein Kinderbuch aus den 90er Jahren erinnert. Das war für mich grade am Anfang sehr verwirrend, aber nach zehn Seiten hatte sich das auch gelegt.
Beim Lesen merkt man schnell, das dieses Buch eigentlich als Kurzgeschichtensammlung konzipiert war. so entsteht ein wellenförmiger Spannungsbogen. Das bedeutet das eine neue Erzähleinheit, langsam manchmal fast langweilig beginnt, um dann in einem Spannungsgeladenen Höhepunkt zu gipfeln und dann fällt es langsam wieder ab um in das nächste Abendteuer überzugehen.
Aber nicht nur der Aufbau und die Sprache machen „Wer die Nachtigall stört“ zu etwas ganz besonderem, sondern seine Figuren und die enthaltenen Aussagen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der kleinen Scout, die dank ihrer Neugierde die Erzählung erfahrbar macht. Sie ist es die durch besondere Erziehung ihres Vater, die Geschehnisse hinterfragt und Erfahrungen daraus zieht. Besonders möchte ich noch erwähnen, das sie kein typisches Mädchen ihrer Zeit ist. Sie ist sehr aufgeweckt und klug, oftmals rotzfrech und stur. Mehr als einmal erinnerte mich Scout an mich selber. Immer bei Scort dabei ist vier Jahre ältere Bruder Jem, dieser ist der typische große Bruder. Er ist genervt, trotzdem liebt er seine kleine Schwester und er nimmt sie mit auf seine Abendteuer. Im Verlaufe des Buch ist Jem der, der erwachsen wird und die Geschehnisse anders sieht. Der eigentliche Held des Buches ist der Vater der Beiden Atticus, als Anwalt ist dieser bemüht seine Kinder zu rechtsschaffenden, vorurteilsfreien Menschen zu erziehen, die einen Blick für Recht und Unrecht haben. Immer wieder fordert er Scout dazu auf hinter die Fassade zu blicken.
Neben Atticus sind die Nachbarn, diejenigen, die ein stückweit die Erziehung und Bildung mit übernehmen, dabei sind sie oft sehr eigenwillig gestaltet, und spielen je nach Abschnitt eine mehr oder weniger starke Rolle.
Harper Lee hat mit „Wer die Nachtigall stört“ ein Appell für die Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Gleichberechtigung aller Menschen verfasst. Für mich ein Buch das jeder wirklich jeder einmal in seinem Leben gelesen haben sollte. Besonders mit Bezug auf die aktuelle politische Situation.

 

Links zum Buch:
Rowohlt-Verlag: „Wer die Nachtigall stört
Amazon: „Wer die Nachtigall stört

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