Winterküsse im Schnee von Karen Swan

25.11.2016 09:16

Es wird Zeit für heißen Tee, Kuscheldecken, Kerzen und natürlich viele gute Bücher. Zur Weihnachtszeit greife ich dann auch mal ganz gerne zu einem Winter-/Weihnachtsschmöker mit einer Liebesgeschichte. Da die besinnliche Jahreszeit, die Zeit für Familie und Freunde ist, lese ich gerne zu dieser Zeit immer wieder Karen Swan. Die Autorin ist in Deutschland bekannt für ihre Weihnachtsromane, jedes Jahr können wir ein neues Werk der Autorin lesen. ‚Winterküsse im Schnee‘ erschien im Oktober 2015 im Goldmannverlag und hat 512 Seiten.

 

Inhalt:
Weihnachtszeit in London, nur Allegra, die vielbeschäftigte Geschäftsfrau, scheint davon nichts mitzubekommen. Sie ist an einem neuen Deal dran, der sie noch bekannter in der Finanzwelt machen soll und dann ist da noch ihr Kollege und Konkurrent Sam …
Als im winterlichen Zermatt eine alte Berghütte entdeckt wird, können Allegra und ihre Schwester Isobel es erst nicht glauben, dass diese etwas mit ihnen zu tun haben soll. Gemeinsam machen sich die Schwestern auf in die Schweiz, wird so Weihnachten doch noch zum Fest der Liebe?

 

Meine Meinung:

Wer tiefsinnige Lektüre erwartet, ist mit diesen Roman wohl falsch bedient, wer aber eine locker leichten Roman für zwischendurch sucht, der darf jetzt weiterlesen ;-P

Der Schreibstil ist einem Liebesroman angemessen, aber auch nichts Besonderes. Lockere, spritzige Dialoge, die mich auch mal zum Lächeln bringen. Manchmal war mir aber auch dieser ganze Fachjargon der Finanzwelt etwas gestellt. Vielleicht fehlen mir dazu auch nur das Hintergrundwissen. Dies machte aber die Handlung etwas glaubwürdiger. Im Vergleich zu früheren Romane muss ich positiv bemerken, die Autorin Karen Swan hat sich weiterentwickelt. Die Handlung wirkt viel komplexer, es gibt verschiedene Handlungsstränge, die durch die ein oder andere Wendung miteinander verwoben werden. Zu Beginn und in der Mitte des Buches gelingt ihr das auch sehr gut. Zum Ende hin wird die Handlung verworrener und die Stränge passen nicht immer ganz so gut zusammen.
Obwohl die Handlung eher einem Familien-Geheimnis-Roman gleicht, bleibt er doch ein Liebesroman.
Mir gefallen die tieferen Themen, die Karen Swan ihren Büchern einfliessen lässt und dies ist es was ein Karen-Swan-Roman von so genanntem „Chicklit“ unterscheidet, sie sind gut recherchiert. In diesem Roman begegnen dem Leser die Themen, Demenz (in besonders jungem Alter), Liebe und Freundschaft zwischen Geschwistern sowie der damit einhergehende Wunsch für den jüngeren Teil Verantwortung zu übernehmen. Angst vor Vertrautheit und Bindung ist ein weiteres Thema.
Was wäre ein Roman ohne seine Protagonisten? Allegra ist fast ganz Oben in ihrer Branche angekommen, sie scheint wirklich gut zu sein in ihrem Job, aber für alles andere ist sie Blind, außer für ihre jüngere Schwester Isobel und ihre Mutter. Für mich ist der zweite Protagonist, nicht wie zu erwarten, der Mann, sondern Isobel. Sie ist das genaue Gegenteil von ihrer Schwester. Isobel ist verheiratet und liebt es Mutter zu sein. Die Schwestern haben eine sehr berührende Bindung zueinander. Sie würden alles für einander tun.
Die Beziehung zwischen Allegra und ihren Kollegen Sam gerät stellenweise sehr in den Hintergrund, es wirkt so als ob die Liebesbeziehung rein gedrückt wurde. Was ist ein wenig Schade finde.
Für Alle die es im Winter lieben, abzuschalten mit Tee und Kuscheldecke, die sollten sich ‚Winterküsse im Schnee‘ näher ansehen.

 

 

Links zum Buch:
Goldmannverlag: ‚Winterküsse im Schnee
Genialokal: ‚Winterküsse im Schnee